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Abraham
Abrahamiten
.-.z
1.7
So kann man das Wort nach mehren verschiedenen Richtungen lesen. Gebildet vom hei-ligen Namen Abrasax oder Abra, bedeutet es wahrscheinlich göttlicher Ausspruch. (S.Abrarassteine.)
Abraham, der Sohn Therach's (Thara), von Sem, dem Sohne Noah's, stam-mend , ist der Stammvater der Israeliten und der Jsmaeliten (Araber). An ihn knüpft sichdie Geschichte des Volks Israel und mit ihm beginnt der mit demselben geschlossene göttlicheBund. Geboren 20-10 v. Chr., wußte er, von Götzendienst umgeben, sich davor zu bewah-ren. Er erkannte den wahren Gott und führte ein sittliches Leben. Auf einen ihm offen-barten Befehl Gottes verließ er seine Heimat Ur in Chaldäa und zog nach Haran in Meso-potamien, von da aber nach Kanaan (Palästina), wohin er sein Weib, Sara, und seinenBrudcrssohn, Lot, mitnahm, um sich daselbst niederzulassen. Erlebte mit seinen Heer-dcn in der Gegend von Betel und Gerar (im südlichen Judäa), später in dem Haine Mamre.In Folge der Streitigkeiten zwischen seinen und Lot's Hirten, ließ der Letztere sich inSodom nieder. Als die Einwohner dieser Stadt von ihren Feinden geschlagen wurden,und diese auch Lot und seine Familie gefangen wegführten, verfolgte sie A. mit seinenKnechten, und befreite nicht nur Lot, sondern auch den König von Sodom, ohne jedochetwas von der Beute anzurühren. Im hohen Alter ward ihm Isaak geboren, den zu opferner auf den Befehl Gottes bereit war. Nach dem Tode Sara's heirathete er Kethura. Erstarb, 175 Jahre alt, und wurde in Hebron begraben. Die Juden haben sein Andenkenstets verehrt; er gilt ihnen als der erste Rechtgläubige, als Kenner der Weisheit, selbst derGeheimlehre, und wird der Freund Gottes genannt. So heißt er auch bei den Arabern, undeinigen ihrer Schriftsteller zufolge hat A. sogar dieKaabain der heiligen StadtMekka erbaut.
Abraham a Sancta Clara hieß mit seinem Klosternamen der vielgenannteKanzelredner Ulrich Megcrle, geb. 1. Juli 1642 zu Krähenheimstätten unweit Mös-kirch in Würtcmberg. Er trat 1660 in den Augustinerorden, studirte zu Wien, kam dannals Prediger nach Kloster Taxa in Oberbaiern, wurde 1669 als Hofprediger nach Wienberufen, 1689 Provincial seines Ordens und starb zu Wie» am I. Dec. 1709. Nie ver-ließ ihn ein heiterer Sinn; ohne alle Furcht besuchte er, wie es sein Beruf mit sich brachte,bei der Pest 1679 die Kranken. Er war von der Natur zu einem Volksrcdner berufen;seine barocke Außenseite barg einen tüchtigen Verstand, tiefe Menschenkunde und großeWahrheitsliebe. Weit entfernt von allem Mysticismus und der Spitzfindigkeit der Kanzel-redner seiner Zeit, rügte er freimüthig jedes Gebrechen; allein um Eindruck zu machen,kümmerten ihn wenig die Mittel, weshalb seine Predigten voll der seltsamsten Einfälle undbeißend witzig sind. In der Thal erreichte er auch seinen Zweck, indem er sehr bald einerder beliebtesten und besuchtesten Prediger wurde und seine Vorträge nicht ohne Wirkungblieben. Schon die Titel seiner Schriften charakterisieren den darin herrschenden Ton, z. B-„Gack Gack d. i. Wollfarth Maria Stern in Taxa"; „Huy und Pfuy der Welt"; „Öst-reichisches Deo Gratias"; „Heilsames Gemisch-Gemasch" und „Wohl angefüllter Wein-keller , in welchem manche durstige Seel sich mit einem geistlichen Gesegn - Gott erquickenkann" (Würzb. 1710, 4.), die letzte Schrift von ihm, deren Druck er bereits auf demTodtenbette vorbereitete. Viele Schriften sind ihm gleichzeitig und später untergeschobenworden. In neuester Zeit wurde eine Auswahl seiner Werke (2 Bde., Wien 1826 — 34),eine Ausgabe seiner „Sämmtlichen Werke" (Passau 1834 ff.) und „Das Gediegenste ausseinen Werken" (4 Bde., Blaubeuren 1840 — 42) herausgegebcn.
Abrahamiten oder böhmische Deisten nannte man eine Anzahl Landleute inver Herrschaft Pardubitz in Böhmen, die, dem Toleranzedict Joseph's II. vertrauend,
1782 aus ihrer Dunkelheit hervortrat und sich zu dem Glauben bekannte, den Abrahamvor der Beschneidung gehabt habe. Sie leitete sich von den Hussiten ab und nahmaußer der Lehre von dem einigen Gott und dem Vater Unser nichts aus der Bibel an.Weil sie weder den Juden noch einer der anerkannten christlichen Confessionen angehörenwollte, wurde ihr Gesuch um Religionsfreiheit nicht nur abgewiesen, sondern es ließ derKaiser diese sonst unbescholtenen Leute, da sie allen Bekehrungsversuchen widerstanden,
1783 aus ihrem Eigenthum vertreiben und durch militairische Gewalt vereinzelt nach ver-schiedenen Grenzoxten Ungarns, Siebenbürgens und Slawoniens bringen, wo Männer