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Joseph Laufs:
kreuz . . . .! Äemontomori. . .!
Wie tief auch die Lustam Karneval in der Seeledes Volkes wurzelte, derHohe Rat selber konntesich in alten Tagen schwerdazu verstehen, ihn unterseinen Schutz zu nehmen.
Er versagte ihm hierdurchdas Siegel des offiziellenCharakters. Schon in denEidbüchcrn der Jahre t 3 4 lund 1372 fand sich einArtikel vor, der jeglicheUnterstützung des Maskcn-fcstes aus öffentlichen Mit-teln untersagte, welche Bestimmung in ver-schiedenen Morgensprachen der folgendenJahrzehnte ihre Erneuerung fand. Viel-leicht war es nötig, denn die Kölner warenbis tief in das XVI. Jahrhundert hineinein gar überlustiges Völkchen, und bei denMummereien waren die Lebe- und berüch-
Alterspräsident August Wilke
tanzen, da man nichts ehr-lichcs sucht, sondern nichtsthut, als hoch aufspringcnund drehen, des anderenzu schweigen, was die gar-stigen Esel betreiben . . ."Na, alter Herr Buschius!-— Später ward's besser,sittiger, witzreichcr undzahmer. Der Rat hatteein Einsehen — und soblieb cs bis heute! Wahr-lich: im heiligen Köln,sowohl unter dem Regimentdes fröhlichen Krumm-stabes, wie auch unterweltlicher Herrschaft —so schöne Fastnachtstage gibt's nirgends aufErden! — Maas mein Köln . . .! —
Die rauschenden Vergnügungen begannenmit dem närrischen Vorspiel: dem sogenanntenPfaffen- und Weibcrfastabend. Das waram Donnerstag vor der eigentlichen Feier.Dann durften die KlostergeiHlichen durch
tigten Bubentänze im Schwünge, von denen Alfanzereien, Gesang und Wein sich ver-
ein Chronist also vermeldet: „ES mengensich viel unnütze Buben ein, die keine Ord-nung halten wöllen. Einer will seine Wehrenicht ablegcn, der andere will das un-anständige Drehen und Schleifen nicht lassenund spricht, er sei frcmbdc — und gar derBnbentanz erst! — Ihn halten junge Ge-sellen und Jungfrauen ohne der Obcrkcytund der Eltern Erlaubniß, gleich den Abend-
Außenansicht des Gürzenich.
gnügen — dann juhuteu die Weiber. DerPantoffel trat in sein ausschließliches Recht,und der Herr der Schöpfung wurde andiesem Tage zum Popanz. Frauen undMädchen verließen die engen Schranken desbürgerlichen Lebens, machten sich vom All-täglichen frei, hofierten und tanzten aufGassen und Straßen und trieben sonstigeKurzweil. Und dazu klingelten die Schellendes „ Bellcngecks", diePritsche knallte auf Weiber-rücken und -schultern, und,von Geigern und Bläserngeleitet, ging es alsdann inalle möglichen und unmög-lichen Kneipen der prächtigenReichsstadt. Und dem „ Bellen -geck" wurde ein Becher ge-reicht — na, und das Wcin-chcn . . .! — Ein altesRezept meldet davon: „Nimmeine halbe Quart Honig,drei Loth Klaritz, ein LothIngwer und etliche Näge-lin, thu's zu sechs Flaschensüffigen Weines, und dasTränklein ist fertig. Uro-batum est!"
Dann, am darauffol-