Von der Lectüre
Die Lectüre wird abgetheilt in leichte undl schwere undman legt bei der Bildung auf dieselbe viel oder wenigGewicht. Das meiste Gewicht pflegen die Krämer daraufzu legen, wenn sie zu ihren Maaren benutzt wird. Wiedie Krämer betrachten die höchsten Stände die Literaturals Mittel zu schnöden Zwecken z. E. zu ihrer Erheite-rung, Erholung vom ewigen Erholen, oder gar zur Fort-bildung ihres, (d. h. der höchsten Stände) Geistes. Einerühmliche Ausnahme hievon macht die Gräfin Hahn-Hahn; zwar sucht dieselbe wohl auch ihren Geist fortzu-bilden und zu verbreiten, man muß aber dieses Strebenals durchaus ungefährlich anerkennen. Wir gedenkenihrer hier zuförderst und einzig, da fle lediglich für dieVornehmen schreibt. Die Naturforscher haben sie nochkürzlich zum Ehrenmitglied! ernannt, wegen ihrer Ent-deckungen auf dem Felde der b-ute vols«, und die Kö-nigin von England ernannte fle zur Ritterin des blauenStrumpfs. Ihre Werke find „aus der Gesellschaft" mitvollem Recht, denn fie waren aus der Gesellschaft, findaus der Gesellschaft, und werden bald aus der Gesell-schaft sein. Sie schrieb ferner: „Reisebriefe" nach aner-kannt guten Mustern, „orientalische Briefe," worüber mansich in Hammer-PurgstallS Reisen orientiren kann undeinen ultramontanen Roman: „Jenseits der Berge."