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Schloss Burg an der Wupper : die Burgen des Mittelalters und das Leben auf denselben
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Ein Teil des unkundigen Publikums denkt gewöhnlich bei alten Burgen an unter-irdische Gänge und schaurige Burgverliesse. Auch bei der Ausgrabung der Fundamentehofften die Arbeiter stets versteckte Gänge zu finden, aber es hat sich nichts vorgefunden.Die Sagen von unterirdischen Gängen auf Burgen werden wohl meistens der Phantasieangehören, da erstens solche nur mit unendlichen Schwierigkeiten hergestellt werdenkonnten, zweitens sich meist eine Stickluft gebildet haben würde, die ein Durchgehenunmöglich machte, drittens konnte der Feind den Ausgang doch leicht entdecken undviertens würde der Gang wenig Zweck gehabt haben, da einzelne Sendboten zur Ein-holung von Hilfe leicht an der Mauer hinunter gelassen werden oder aus dem Thör-chen nächtlicher Weise bei einer Belagerung sich hinausstehlen konnten. An das Ent-fliehen einer grösseren Anzahl von Burgbewohnern bei einer Belagerung war doch nichtzu denken.

Wiederherstellung der ganzpn Burg. Die Ausgrabungen und Ermittelungenhaben ergeben, dass die Burg hinsichtlich ihrer Grösse und Ausstattung vor ihrer Zer-störung, welche Ausgang des 3ojährigen Krieges durch den abziehenden Kommandantenv. Plettenberg erfolgt sein soll, der reichsgeschichtlichen Bedeutung des erhabenenHerrscherhauses entsprach, welches an dieser Stätte seinen Ausgang genommen hat undimmer während des ganzen Mittelalters gern zu ihr zurückkehrte. Als im Jahre 1 887eine Anzahl Männer des bergischen Landes zusammen traten, mit dem Vorhaben, dieReste des ehrwürdigen Schlosses vor weiterm Verfall zu bewahren, da dachte kaumjemand an die Möglichkeit, den Palas oder gar das ganze Schloss wieder aufzubauen,nur hörte man den schüchternen Vorschlag, wenigstens das Thorhaus wieder mit einemDach zu versehen, da dasselbe augenscheinlich rettungslos verloren gehen würde. Jetzt,da nach einer fast dreijährigen Bauzeit nicht allein das Thorhaus vollständig hergestellt,sondern auch der Palas mit dem Nebenflügel zum Teil wieder aufgebaut ist, ist es all-gemeiner Wunsch, das alte Stammschloss vollständig wieder aufzubauen und spätem Ge-schlechtern als Vermächtnis der Väter zu übergeben. Wir dürfen wohl behaupten, dassdurch das wiederaufgebaute grossartige Schloss in seiner malerischen Gestaltung getreudem ursprünglichen Charakter, gelegen in schöner romantischer Gegend, ausgestattetmit entsprechenden Geräten, Möbeln, Waffen und Urkunden der Vorzeit, geschmücktmit Gemälden, welche die Geschichte und Sagen des bergischen Landes und die Sittenund Gebräuche früherer Jahrhunderte darstellen, ein Werk geschaffen wird, welches nichtallein eine Zierde des bergischen Landes bildet, sondern welches auch dem Volke, undzwar den Besten desselben, hohen Genuss bereitet und zur Liebe des engern und wei-teren Vaterlandes mächtigen Beitrag liefern dürfte.

Die bis jetzt ausgeführten Arbeiten haben bereits im bergischen Lande lebhafteZustimmung gefunden und grosses Interesse für den Weiterbau geweckt und geben wiruns der Hoffnung hin, dass reich und arm des Landes ihre Gaben beisteuern werden,um im Rahmen der entzückenden Natur inmitten einer Anzahl von Industriestädteneinen Mittelpunkt zu schaffen, dessen vaterländische und soziale Bedeutung für Gegen-wart und Zukunft niemand verkennen wird.

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