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Schloss Burg an der Wupper : die Burgen des Mittelalters und das Leben auf denselben
Entstehung
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as Studium des Burgenbaues bildet ein origi-nelles Stück des mittelalterlichen Kultur-lebens Kleinbilder aus der Geschichteder Vergangenheit unseres Volkes.

Da schriftliche Aufzeichnungen nurspärlich vorhanden sind, so bilden dieÜberreste alter Gebäude, Geräte, Waffenund die Werke der Kleinkunst vielfachbessere Urkunden als manches zu unshinüber gerettete Schriftstück, was in denArchiven aufbewahrt wird, oder sie gebendoch wenigstens sehr wichtige Ergänzungenzur Geschichte der Vorzeit, welche That-sache von den Schriftstellern der Neuzeitauch allgemein Beachtung findet.

Noch im 3ojährigen Kriege müssenunsere Länder mit ihren noch in mittel-alterlicher Weise ummauerten und um-türmten Städten und Ortschaften, mit denBurgen und Warten auf den Höhen, denmit Türmen, festen Thoren und Wasser-gräben versehenen, meist an Flüssen undBächen gelegenen Thalburgen, den langenZügen der Landwehren einen Anblick gewährt haben, den nur einmal mit den Augenzu gemessen, einen hohen Genuss abgeben würde. Es ist wohl keine Frage, dass dasVolk seine Freude an der malerischen Gestaltung der alten Städte, der öffentlichenGebäude und Burgen hatte, wie hätte man sonst die Mittel zu solchen Werken beschaffenkönnen, die über das blosse Bedürfnis hinaus das Auge befriedigen und die Phantasiebeschäftigen. Auch aus den Schriften der Chronisten der alten Zeit leuchtet die Herzens-freude an all der Wehrhaftigkeit ihrer Zeit hervor, und auch heute noch wird derjenigedieses Vergnügen finden, welcher den alten Bauresten des Mittelalters seine Aufmerk-samkeit zuwendet. Welchen Freund der Geschichte ergreift es nicht mächtig, wenn ereinem Ort begegnet, der im grossen und ganzen oder zum Teil noch im alten Schmuckseiner Türme und Mauern prangt, oder wenn er im Burghofe einer noch ziemlich er-haltenen Burg sich befindet und den Wehr- und Wohnbauten in ihrem Zusammenhangund frühem Gestalt, verschönt durch den Rost der Jahrhunderte, nachspürt?

Stellen wir uns vor, alles das, was wir noch an mittelalterlichen Wehrbauten be-sitzen, wäre verschwunden, es versänke plötzlich in Nichts, wie kahl, wie nüchtern würdesich dann der Anblick mancher Orte gestalten, denen heute noch ein oder mehrereTürme und Thore, malerische Ruinen oder ein Wall mit mächtigen Baumwipfeln und