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Ernst Götzinger : ein Lebensbild ; mit Porträt
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25. Die Genossenbürger-Versammlung der Stadt St. Gallen genehmigt die auf den 30. Juniabgeschlossenen Amtsrechnungen und die Amtsführung des Verwaltungsrates pro1895/96. Die Leistungen für das gesamte Armenwesen beliefen sich auf Fr. 163,283. 33,diejenigen für wissenschaftliche und andere gemeinnützige Zwecke, Stipendien undLehrgelder auf Fr. 55,787. 33. Der Verwaltungsrat wird zum Ankauf des Bildgutesbei Heiligkreuz um die Summe von Fr. 13,500 ermächtigt.

31. Der Oktober war von sehr veränderlicher Witterung, reich an Tagen mit Regenoder Schnee, immerhin mit normal zu nennender Temperatur und Niederschlags-menge. Am 20. fiel der erste Schnee, dem am 23./24. weiterer, sehr ergiebigerfolgte, der nicht unerheblichen Schaden an Bäumen anrichtete. Die Weinlese istim Kanton St. Gallen im ganzen noch befriedigend ausgefallen, besser als man nachdem Sommerwetter erwarten konnte. Der Obstertrag war im ganzen wenig be-friedigend ; um so höher stehen die Preise. Der Mais empfand natürlich den Wärme-Bankerott des heurigen Sommers besonders schwer.

Nov. 5. Die kantonale st. gallische gemeinnützige Gesellschaft hält in Gossau ihre 27. Haupt-versammlung ab. Sie hört Referate an von Pfarrer J. Frey in Peterzeil (Die Über-bürdung von Kindern durch Stickarbeit und ihre Folgen für Schule und Haus), Re-gierungsrat Ruckstuhl (Das Gesetz betreffend Versorgung und Erziehung armer Kinderund Waisen), Regierungsrat Dr. Scherrer (Kommissionsbericht betr. Gründung einesst. gallischen Sanatoriums für Lungenleidende).

7. Die st. gallische kantonale Sekundarlehrer-Konferenz in Beruegg debattiert über dennaturgeschichtlichen Unterricht auf der Sekundarschulstufe auf der Grundlage einesgedruckten Referates von Sekundarlehrer J. Nüesch in Bernegg.

8. Die Bürgerversammlung der politischen Gemeinde St. Gallen genehmigt die Jahres-rechnung der Gemeindeverwaltung, die auf den 30. Juni mit einem Defizit vonFr. 541,691. 78 abschliesst. Zu dessen Deckung und zur Schuldentilgung wird, wieletztes Jahr, eine Vermögenssteuer von 3,5 °/oo und eine Einkommenssteuer von Fr. 3. 50von jeder Klasse erhoben. Im Verwaltungsjahre 1895/96 erfolgten in der Gemeinde219 Handänderungen von Liegenschaften im Gesamtkaufpreis von Fr. 14,329,646. 28;die Handänderungssteuer warf Fr. 34,260. 30 ab. Es wurden 53 Bauvisiere erstellt,eines mehr als in der vorangegangenen Verwaltungsperiode (1893/94 66, 1892/93 70).Im Kreuzweier auf Dreilinden ist eine neue Frauen- und Mädchenbadanstalt errichtetworden, deren Betrieb am 13, Juli begann. Die heutige Gemeindeversammlung er-mächtigt den Gemeinderat zur Erhöhung des Jahresbeitrages an das städtischeTheater von 2 resp. 3000 Fr. auf 7000 Fi', (die Ortsgemeinde erhöhte ihren Beitragvon 500 resp. 800 Fr. auf 3000 Fr., das kaufmännische Direktorium den seinigen von800 Fr. auf 1000 Fr.). Sie genehmigt ferner die käufliche Übernahme der Liegen-schaft zum „Antlitz" an der Neugasse um den Kaufpreis von Fr. 150.000 und erteilteinem zwischen der evangelischen Kirchenvorsteherschaft und dem Gemeinderateabgeschlossenen Vertrage betreffend Abkurung der alten Friedhöfe die Genehmigung.(Die evangelische Kirchgemeindeversammlung St. Gallen erteilte diesem Vertrage dieGenehmigung am 15. November.) Die am 1. Juli 1895 ins Leben getretene städtischeArbeitslosenversicherung, die erste obligatorische in der Schweiz, soll nach Beschluss