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Ernst Götzinger : ein Lebensbild ; mit Porträt
Entstehung
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ERNST GÖTZINGER.

,\ I.

HERKUNFT

J3_m 12. September 1886 versammelte sich der Gebirgsverein der sächsisch-böhmischenSchweiz in dem Städtchen Hohnstein, um das Andenken an Wilhelm Leberecht Götzingerzu erneuern, der eben vor hundert Jahren, im September 1786, als junger Kandidat eine. Geschichte und Beschreibung des Ohursächsischen Amts Hohnstein mit Lohmen, insbesondereder unter dieses Amt gehörigen Stadt Sebniz" dem Drucke übergeben hatte. Der Vereinfeierte ihn als den „Entdecker der sächsischen Schweiz"; denn in jenem Buche waren zumersten Mal die eigenartigen Schönheiten der südöstlich von Pirna gegen die böhmischeGrenze ansteigenden Hügel- und Gebirgslandschaft mit kundiger Hand ans Licht gestelltund mit Begeisterung gepriesen worden. Bei diesem Säkularfest erfuhr man Näheres überdie Lebensumstände des Verfassers. Er stammte aus einer alteingesessenen sächsischen Familie,in der die geistige Arbeit seit Generationen zur Überlieferung gehörte. Schon sein Urgross-vater und sein Grossvater waren Prediger gewesen, und sein Vater Johann Karl galt intheologischen Dingen als ein gelehrter Mann, der sich durch eine Eeihe deutscher undlateinischer Schriften einen Namen machte. Er selbst trat bald nach der Veröffentlichungseines Erstlingswerkes ein Diakonat in Neustadt bei Stolpen an und fand dort Müsse zurAusarbeitung eines zweiten Buches: „Schandau und seine Umgebungen" (1804), das eineumfassende und anmutige Schilderung der ganzen sächsischen Schweiz enthielt, um „denFreunden der schönen Natur ihre reinen Freuden zu vermehren". Er muss in seinerGemeinde, in der er schliesslich zum Pastor aufstieg, höchst angesehen und beliebt gewesensein und es erregte tiefe Trauer, als er, kaum 60 Jahre alt, im April 1818 starb. Sein inÖl gemaltes lebensgrosses Bildnis wird noch in der Sakristei der Kirche zu Neustadt auf-bewahrt. Es zeigt einen schlichten Mann mit lebhaftem Auge, um den Mund einen gütigen,liebenswürdigen Zug 1 ). Das war der Grossvater unsers Ernst Götzinger.

') Nach diesem Ölgemälde ist das dem Jahrbuch des GebirgS-Vereins für die sächsisch-böhmischeSchweiz, IH (Dresden, 1887), beigegeben Bildnis ausgeführt.