Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen Henrietta Maria, des enthaupteten Königs Caroli I. in Engeland Printzeßin Tochter, welche an den letztverstorbenen Hertzog von Orleans vermählt gewesen, und dem grossen weltberühmten englischen General, Mylord-Duc von Marlborough, welcher in diesem jetztlauffenden Seculo sehr grosse Thaten getan : worinnen die überaus merckwürdige Historie, der Printzeßin sowohl als des Hertzogs, ingleichen viele andere sonderbare Discurse enthalten ...
Entstehung
Seite
1007
Einzelbild herunterladen
 

__ M( I0°7)W

auch so viele Geschicklichkeit besitzen, daß sie würdig sind den KöniglichenScepter über grosse Reiche und Lande alle Stunden zu führen. Aber er-zehlek mir doch ein und andere Historie von bösen Frauens, welche ihr ge-lesen, und die csprbie gewesen euch, I)uc! einen solchen Eckel wi-

der das gantze weibliche Geschlecht zu inlpiriren.

Eine einige wird desfalls genug seyn. Ich läse z. E. unter anderndie H-siorie von der Dripping, des àonis Mutter- Diese hatte mitChaldäemund Wahrsagern zu schaffen, von denen sie ermähnet wurde,ihres Sohnes, des Neroni?, Erhebung auf alle Weise zu verhindern.Denn es schiene, daß er zwar den Käyserlichcn Thron besteigen würde, a-bersie härte sich eines gewaltsamen und schmählichen Todes von ihm zubefahren. Hierauf sprach sie : Occià, clummoclo imperec, er maZmich todten, wann er, mich nur als ein Aäyser todter.

Das war ja eine gantz sonderlich grosse Mutterliebe zu einem Sohn,dessen Glücke sie, auch mit Gefahr ihres eigenen Lebens, befördert undnicht gehemmet wissen will. î Höre also noch nichts sträffliches von ihr,ausser daß sie sich mit Chaldäern und Wahrsagern eingelassen.

U^KI. 80 KOU 6 N.

Vergebet mir, Prinheßin! Aus denen rsppmtirten Worten leuch-tet ein höchst unbesonnener Ehrgeitz dieser Frauen hervor. Geruhet abernoch weiter zu hören:

Ais ào. ihr Sohn, denKäyserlichen Thron besaß, mischte sichdieselbe in alle Regimencs-Geschäffce und erlangte grosse Gewalt. Da-mit sie sich aber bey dee erlangen Gewalt. und dem Besitz des Regi-ments msinkenixen möchte, schmückte sie sich um den Mittag , wanndlero, ihr Sohn, vom Wein wohl berauscht zu Bette lag , über alleMassen schön, und putzere sich auf gleich einem Pfauen. Hernach stel-lte sie sich vor sein Berte, und reihte ihn an, Blut > Schande mit ihrzu begchen. Als sie letziich mcrckte, daß sich t^ro ihr Sohn, länger nichtVon ihr gouverniren lassen wolle, lebte sie mit vielen andern in Hure-rey und Buverey - um sich dadurch einen starcken Anhang zu machen,durch dessen Hülffe sie den Sohn vom Thron herunter stürtzen, und umdas Leben brmgen könnte; woher dann dieser Anlaß genommen, daskr«v«rure zu spielen, und ein Mörder an seinerMuttcr zu werden.

Uuu uuu z