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ren sich bey gefährlichenOccslionen weit mehr,als sie zu thun schuldig sind,und zwar bloß darum, daß sie sich 6àZuiren und Ehre erlangen wollen.Bißweilen bekommet ein Frauenzimmer einen Mann, der mit Unvermö-> gen zu ehelichen-Wercken geschlagen ist. Einer solchen unglückseligenFrauen Schuldigkeit erfordert nun garnicht, daß sie mit ihm zufriedensey. Hu conkrsire sie könnte des Mannes Unvermögen offenbar ma-chen, und sick von ihm scheiden lassen. Allein weil Ehre in derselbenwohnet, so schweiget sie, erdultet ihren Verdruß,Schmertz und Schmach-tung mit Gelassenheit, lässet sich desfalls mit keinem Wort heraus, son-dern stellet sich, als ob sie mit ihrem Manne in höchsten Vergnügenlebe.
l.uLi-eriz tödtete sich, nach dem ihre Ehre gewaltsamer Weise warverletzet worden. Erforderte solches ihre Schuldigkeit? Nein, keinesweges. Sie that es aber darum, daß sie Ehre dadurch einlegen und ma-chen wolte, daß die Welt, so lange als sie stehen würde, von ihr reden mä-ste. currius legete seinen Harnisch an, setzete sich zu Pferd und ritte aufden erschrecklichen Abgrund zu, der sich mitten in Rom eröffnet hatte,und durch einen höllischen Qualm die gantze Stadt vergifftete. Seinelnremion war sich hinein zu stürtzen und vor das Vaterland zu lgcrRciren,weil dem Übel anders nicht, als auf diese Weise, abgeholffen werdenkunme. Hätte ihm nun jemand, da er sich mit dem Pferd an dem Randdes Abgrundes befunden, zugeruffen und gcsaget : Es ist deine Schul-digkeit, daß du dich in diesen Abgrund stüryest, kanst aber ver-sichert se?n, daß die Nachwelt gar nicht von dem großenHienst reden wird, den du deinem Vaterland dadurch erwei-sest, so glaube ich, er würde mit seinen! Pferde augenblicklich umgekehret,und wieder nach Hause gewandert seyn. Nachdem er sich aber einge,bildet, durch diese That seinen Namen unsterblich zu machen, sprengeteer mir seinem Pferd behertzt zu; worauf sich der Abgrund wieder zuge-schlossen, und die Stadt Rom von ihrer Plage erlediget worden.
Indessen giebt es Leute in der Welt, die da sagen, die Begierde, sei,nen Namen unsterblich zu machen, seye etwas ungereimtes. Denn sieKlauben, es seye billig, daß die Namen auch stürben, weil die Menschenselbst, nach dem unveränderlichen vecrec der Natur, sterben müsten ; an-
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