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Gespräche In Dem Reiche derer Todten ... Zwischen Friderico V. Churfürsten von der Pfaltz, welcher die Böhmische Crone angenommen, und seinem Sohn Carol. Ludovico, ebenfalls Churfürsten von der Pfaltz : so sich in die Fräulein von Degenfeld verliebt gehabt, und darüber mit seiner Gemahlin in ein grosses Mißvernehmen gerathen ist, ...
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machet haben, und da würde aus meiner Churfürstlichen Wohnungeine schöne Mord -- Grube geworden seyn.

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Ha, mein Sohn ! Wann die Degenftlden nur einmal tvdtge-wesen wäre, hätte es weiter nichts zu sagen gehabt, indem bekannt, daßdie Liebe zu'ci-esten und Loncubmen, bey grossen Herren, gemeinig-lich aufhöret, sobald solche auf ewig emschlaffen sind, und sie weiter ihreLust mit ihnen nicht zu büssen wissen. Über dieses würde ja auch wohljemand zu gegen gewesen seyn, der euch in die Arme gefallen wäre, undverhindert hätte, eine Unthat an eurer Gemahlin zu begehen.

LLKOl.178 LllVO Vicv8.

Vergebet mir, mein Vater! Mir dörffce es unmöglich gewesenseyn die Degenfelden so geschwinde, wie ihr pi-Xrenchxet, zu vergessen;und in der Heffügkeit des Zorns war ich csp-à auf das schärffste gegendie, so mich beleidigten zu verfahren. Keine grössere Beleidigung aberhärte mir widerfahren können, als wann man eine Person vor meinenAugen getödtet, gegen der meine Seele in Liebe ganh entbrannt gewe-sen. Ihr, mein Vater! redet von Leuten, die mich wohl würden »er«hindert haben, meine Gemahlin niederzumachen, im Fall sie die De- i

genfelden in meiner Gegenwart erschossen hätte. Allein es waren da- <

malö keine fremden Gäste gegenwärtig, und von Bedienten ist nicht zuvermuthen, wie vornehm sie auch seyen, daß dieselben sich unterstehenmöchten, einem-erzürnten Fürsten einzureden, oder ihm gar in die Ar-me zu fallen, um dadurch zu verhindern, daß er eine Gemahlin, die ihnbeleidiget, nicht bestraffen könne.

kKlDMILLIZ.

Ach ja, mein Sohn ! dergleichen Exempel sind mir bekannt. In-sonderheit weiß ich, daß einstmals ein gewisser grosser Herr, ausserhalbTeutschland, auf Anstiffìen seiner xiàrells. ebenfalls in das Schlaff-Gemach seiner Gemahlin gelausten, sie bey denen Haaren ergriffen, undden Degen gezogen. Ein hinter ihm hergefolgter Cammer-Juncker aberunterstünde sich sodann, seinem Herrn in die Arme zu fallen, und ihn sol-che so lange zu halten, biß ein naher Verwandter des erzürnten HerrnSdarzu gekommen, und vollends verhindert, daß weiter kein Unglückgeschehen. Da der Zorn vorbey gewesen, hat der grosse Herr darumkeinesweges einige Ungnade auf den Cammer-Juncker gemorsten;^ucoiursire, es ihm gedancket, daß er ihn abgehalten etwas, seinen Hän-den unanständiges, zu begehen.

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