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Briefhervor, den mir die Degenfelden geschrieben hatte, und mir ausmeinen Händen gekommen war, fleng auch an, mit Heller Stimme darin-nen iu lesen. Nun erschrack ich zwar nicht wenig, als ich sahe, daß sichein dergleichen Schreiben in denen Händen meiner Gemahlin befand.Nichts destoweniger fastete ich mich gleich wieder, und sprach: Alleslauter Schery. NIern Schatz weiß ja wohl, daß das Degen-feldiscbe Fräulein, von Jugend auf, sich der LateinischenSprache beflissen,und zur Erlernung derselben viel Zeitange-wand. Derohalben habe ich sie wollen prüfen, ob sie crp-àsey, mir aufmein ihr geschicktes Lateinisches Brieflein zu ant-worten; welches sie dann auch Schery» weise geleistet. Obaber solches ein so hohes Verbrechen seye, daß es das guteFräulein mir ihrem Blute bezahlen solle ? daran zweiffele ichsehr. Es solle auch dieses nimmermehr geschehen, und ichbin entschlossen, sie wegen ihrer Unschuld zu iecunäiren. Mei-ne Gemahlin forderte einen weitem Beweiß, daß es Schertz; worauf ichrepUcirke: was bedarffes lange vielBeweißthum? Ew. Lie-ben ist ein Weibs-Bild, und hat bessere Ursache ihre Jung-ferschaffr zu prüfen als ich, welchem es gar nicht gebühret.Aber ich sehe wohl, das gute Fräulein hat alle Gnade undGunst bey euch verlohren, liegt mir derohalben ob, sie in Si-cherheit zu bringen. weil es im übrigen schon sehr spar, wollemich mein Schay berichten,ob es ihr beliebig sey, daß ich michallhier entkleide. Da antwortete sie : Es stehet in Ew. LiebenGefallen. Ich stnde mich, àafft gegebener Treue verbun-den Deroselben nicht zu widersprechen; welche letztere Wor-te sie mit Weinen aussprach. Ich versicherte nochmals mit theurenWorten, daß ich, ausser Wechselung etlicher Brieflein, nichts gegen ehe-liche Pflicht gethan, versprach auch aufs neue forthin nicht dawider zuhandeln, woftrne mir meineGemahlin jederzeit mit gebührenden Gehor-sam begegnen würde; welches sie ebenmäßig angetobete. Daraufgiengen wir lu Bette, und der getroffene Frieden wurde darinnen unter-schrieben und besiegelt. Es schiene auch in der That, als ob sich dasgute Vernehmen zwischen uns ziemlich wieder hergestellet hätte; alleinSatan war bemühet den Saamen der Uneinigkeit vvm neuen auf unserEhe, Bette zu streuen.
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Eslan-