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Gespräche In Dem Reiche derer Todten ... Zwischen Friderico V. Churfürsten von der Pfaltz, welcher die Böhmische Crone angenommen, und seinem Sohn Carol. Ludovico, ebenfalls Churfürsten von der Pfaltz : so sich in die Fräulein von Degenfeld verliebt gehabt, und darüber mit seiner Gemahlin in ein grosses Mißvernehmen gerathen ist, ...
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chen unsere Uneinigkeit nicht angenehm seyn kan, will ich euchdasselbe von Heryen verzechen. Hieraufgab ich ihr einen freund-lichen Kuß, und sagte: Dieser solle das Verbrechen völlig aus-löschen.

Dieser Kuß war auch kein vollkommener Judas-Kuß, sondern ichempfände wircklich eine kleine Reue in meinem Hertzen, daß ich meineGemahlin so schnöde u-Kim hatte. Hiemechst befürchte ich, sie möch-te, weil sich accui-âl zwey reisende Heßlsche Edelleute tu Heidelberg be-fanden, ihrem Bruder, dem Landgrafen von Hessen-Lasset denn derMarggrafvonDurlach war nur ein Freundschaffts, Bruder) von demvorgefallenen Nachricht geben. Derohalben suchere ich alles wieder rechtgut zu machen, und nahm mir vor meiner Gemahlin selbige Nacht, inihrem Bette, eheliche LompäZnie zu leisten. Ich begab mich zu demEnde, in Begleitung tweycr l^gen, in ihr Vorgemach, und klopffetean die Thüre ihres innern Zimmers, als sie sich eben auskleiden lastenwolle. Es war ungefähr um l o. Uhr des Nachts, und sie kam sclvstenan die Thür,, zu sehen, wer da seye? Sie schiene gantz bestürtzt, als siemich erblickete, und fragte, wie es käme, daß ich sie so spat besuchete?Bevor ich antwortete, sendete ich die k^gen zurücke, und sprach hernach :Ich habe schauenwollen, ob Ew. Lieben gesonnen, mir dieseVrachc Raum in ihrem Berte zu geben. An statt nun, daß siehätte cliilimuüren, und eine so ksvorà Stunde nicht ausschtagen sollen,in welcher sw mein gegen sie fast gantz erkaltetes Herhe, einigermassen,wieder erwärmen kunnte, sehete sie ihren .Kopfsauf, und ließ sich also ver-lauten : Mein Herr Gemahl! Ich bin gänylich entschlossen füh-rohrn alleine zu schlaffen, biß ffchÈw. Lieben relolviren, mireine Person in mein Gewahrsam zu liefern, mit gegebenerVollmacht, dieselbe wegen begangenen grossen Frevels wohl-vcrschulderer Weise abzustrassen. Diese Worte bewogen michzusagen: Ich möchte gerne wissen, wer die Person wäre, wel-che ffch so hoch an Ew. Lieben vergriffen, bilde mir aber ein,das Verbrechen werde so groß nicht seyn, als man es machet.Allein meine Gemahlin redete weiter und sprach: das Verbrechen istso groß, daß die Person, von der ich rede, es nicht anders alsnur ihrem Blute bezahlen kan. Ey ! Ey ! mein Schay ! ver-setzte ich hierauf, das Urtheil ist zu scharff. Solchemnach war mei-ne Gemahlin bedacht, die Ursache ihres Kummers zu entdecken, zog den