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«eil ich wegen Arglistigkest der ciblons nicht mit dir reden kam Wann ich aberGelegenheit darzu hätte, würdest du mich vielleicht nicht verachten. Aendere bei«ne Meinung / die du meine Mühe vor vergebens erkannt hast. Diese Grausam-keit sey ferne/ und du wollest nicht zweiffeln, weil du mich sonsten leichter tödtenwirst, als ein anderer mit dem Schwerd. Seye gütiger, wo nicht gegen deinenGeliebten, wenigstens gegen deinen Churfürsten und Wohlthäter. Und seye ver-sichert, daß wann du so zu reden fortfahrest, du an mir wie zum Mörder werdest.Ich begehre weiter nichts von dir, nur daß du mir deine Gegen-Licbe erweisen wol-lest. Sage dann, daß du mich liebest, so werde ich glückselig seyn. Dein Ringsoll mir nimmermehr von meinem Finger kommen, und ich will ihn / anstatt de>.ner/ mitöfftern Küssengantz benetzen. Lebewohl, meine Lust! und versage mirnicht den Trost , den du in deinen Händen hast/ der ich bin.
Der dritte Brief hatte dieses in sich :
Der großmüthigsten Jungfer àì- 4.0M von Degenfeld/zu geliebten Händen.
Sey gegrüsset mein Licht, l-oyls! die du mich mit deinem Brief be«secligest. Nnqngesehen du etwas Gall mit einmischest, lebe ich doch der Hoff-nung . daß du es / wann du mich angehöret, wieder wegnehmen wirst. DeinBrief ist mir verschlossen / und mit deinem Pettschafft versiegelt, wohl zu Han-den gekommen. Selbigen habe ich offt durchlesen, noch öffters aber geküsset.Du wilst mich darinnen gantz etwas anders, als deine Meinung zu seyn scheinet,zu bereden suchen. Du bittest /daß ich dich zu lieben aufhören möchte /weil frem-de Liebes-Kertzen anzuzünden nicht nützlich wäre- Zu dem Ende führest du dieExempel derer hinter das/Licht geführten Weibs-Bilderan, und diß alles fchiei-best du so zierlich und schön / daß ich mich mehr über deinen Verstand verwundern,und solchen lieben muß, als deiner vergessen kam Wer solle wohl, wann er ei-ne klügere und verständigere Seele angetroffen, dich zu lieben aufboren. Wanndu meine Liebe hättest verringern wollen, hättest du mir deine Gelehrsamkeit nichtzeigen sollen. Denn das heisset nicht das angezündete Feuer auslöschen, sondernvielmehr aus einem kleinen Funcken eine grosse Brunnst erwecken Ey so erbar-me dich dann endlich über deinen Liebhaber, der gleichsam an der Sonne zerfließet.Straffst du mich also, der ich dich liebe / was wirst du denn wohl dem thun, derdir übel begegnet ? O Unglück! Sich meine lviari-, t,oyl 2 ! mein Heyl! meine Zu-flucht! nimm mich endlich in deine Gunnst auf! Schreib mir deine Liebe zurücke,anders will ich nichts. Lebe wohl, meine Hoffnung!
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Alle diese Nachrichten fielen an einem einigen Tag in die Händemeiner Gemahlin. Eben dieser Tag unterdrückete und ersticketeauch alle Liebe und k-stim, so su sonst vor die von Degenfeld geheget undein tödtlicher Haß bemustert/ sich dargegen ihres Hcrtzens, dergestalt,daß ihre Seele sich nach anders nichts als Rache sehnete, wie ich bereits
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