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Gespräche In Dem Reiche derer Todten ... Zwischen Friderico V. Churfürsten von der Pfaltz, welcher die Böhmische Crone angenommen, und seinem Sohn Carol. Ludovico, ebenfalls Churfürsten von der Pfaltz : so sich in die Fräulein von Degenfeld verliebt gehabt, und darüber mit seiner Gemahlin in ein grosses Mißvernehmen gerathen ist, ...
Entstehung
Seite
742
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Zu Teutsch:

Der Großmüthigsten Jungfer à-à von Degenftld,

Dymau rc.

Ich würde dich, meine liebsteàis i^yls! mit meinem Schreiben, öfftersbegrüßen, wann ich die Gelegenheit darzu harke; angesehen all mein Heyl, undmeines Lebens Hoffnung / an dir Hanger. Ich liebe dich mehr als mich selbsten,und bilde mir nicht ein / daß dir die Brunst meines Hertzens verborgen sey«. Eskan dir ja mein Angesicht, und die in deiner Gegenwart gelassene Leuffzer dessenZeugniß geben. Ich bitte gar sehr um Verzeyhung / daß ich mein Herhe also vordir ausschütte, indem mich deine ausbündige Schönheit eingenommen und gebnn-den hält. Mas die Liebe sey, habe ich vormals nie gkwust. Du hast mich zuerstderen Gewalt unterworffen. Daß ich aber bißhero nichts von der Liebe gewusthabe, solle dich nicht befremden ; allermassen ich meine Gemahlin niemals so heff-tig lieben können. Die Strahlen deiner Augen haben überwunden, als welchemich gefangen halten, und kräfftiger als die Sonne seynd. Dich liebe ich Lag nndNacht Dich verlange ich. Dich wünsche ich Dich erwarte ich. An dich ge-druckt ich, und an dir belustige ich mich. Meine Seele ist in deiner Gewalt, undich bin gäntzlich der Deinige. Du allein kannst mich erhalten ; Du allein kaust michauch verderben. Erwchle eines von beyden,und schreibe mir desfalls deine Meinungzurücke. Bezeige dich auch mit denen Worten nicht härter gegen mich,als mit denenAugen. Wirst du mirin meinemBegehren willfahremso lebe ich glückselig; widrigenHalls aber tödkestdu meinHertz,welches dich mehr als mich liebet. Ich empfehle michdir und deiner Treue- Gehabe dich wohl meine Seele, und meines Lebens Hülffe;Ich verbleibe dein Einiger, dein gantz Eigener, der ich meiner nichtmächtig bin.

Der andere Brief war folgenden Inhalts:

ViiAlni VenuüillimL-

Nur Teutsch mein Sohn! denn das Latein ist allhier etwas über-fiüßiges.

(^K0k.v8 l-vvov SV8.

Ihr habt recht mein Vater ! darum werde ich euch Folge leisten.Der schönsten Jungfer, à in von Degenftld,Dyrnau und Neuhaussen, Meiner Geliebten,zu eigenen Händen.

Dem Brief hat mich zwar sehr erfreuet ; es scheinet aber, als ob hu meine Lie«Le nicht hoch achtest Seynd ihrer gleich viel, die kick) lieben, so kommt doch keinesFeuer mit dem Minigeu in Aergleichimg. Vielleicht glaubest du dieses nicht,

weck