Druckschrift 
Gespräche In Dem Reiche derer Todten ... Zwischen Friderico V. Churfürsten von der Pfaltz, welcher die Böhmische Crone angenommen, und seinem Sohn Carol. Ludovico, ebenfalls Churfürsten von der Pfaltz : so sich in die Fräulein von Degenfeld verliebt gehabt, und darüber mit seiner Gemahlin in ein grosses Mißvernehmen gerathen ist, ...
Entstehung
Seite
713
Einzelbild herunterladen
 

« l7!Z )S»

Es wurden die prostcribsttenFürsten von denen laizistischen hin und wie-der starck verfolget, und dieselben spielten insonderheit den Meister in Nie-der-Sachsen. Dannenherv gieng ihnenKönig cbristianus l v. zu Leibe,umzu verhindern, daß die krorestanren, von denen lUZistischen, nicht gäntzlichunterdrücket iverden möchten. Allein alle seine Unternehmungen hattenschlechten duccek. Iil!y und Waüenstein ggirten, ein jeder mit einerbesondern ^rmce, und waren beyde gantz sonderlich glücklich, indem derGraf von Mannsfeld durch den Waüenstein, der König von Dänne-marck selbst aber von dem i'ilh. i6r6. bey Lutter dergestalt geschlagenworden, daß man 7200. Todte und zooo. Gefangene, Königlicher Seiksgezehlet. Die meiste Schuld an diesem unglückseligen Ausgang desTreffens fielaufdie Reuther, welche darum nicht fechten wollen, weil sieihren Sold nicht bekommen hatten. Der Geld-Mangel aber rühretedaher, daß die Engelländer, Holländer, Franckreich und Venedig, dieversprochenen Substcken nicht abtrugen. Wiewohl es ereignete sich gleichAnfangs ein böses Omen, und deutete gleichsam an, daß dieser Krieg nichtwohl lauffenwürde.Denn als sich derKönigvonDännemarck zu Hamelnbefand, und den Wall besehen wolte, fiel er mit dem Pferd herunter in ei-nen bedeckten Graben. Das Pferd brach den Hals. Der König lag erst-lich vor todt, kam aber doch hernach wieder zu sich.

Gleichwohl brachte der König von Dännemarck nochmals einemc-aufdie Beine, richtete aber damit ebenfalls nichts aus, sondern mu-ste sich nach Pommern renken. Die àm^en des inly und Wallen-stems waren ihm alljustarck/welcher letztere ihm in seine Länder fiel. Alsomachete derKönig,zu Lübeck,mit dem Käyser und denen l-'ZMischen, 1629,Friede. Weil ich nun sahe,daß mich das Unglück mit allerMacht verfol-getc,suchete ich meine kestilurîon durch gütliche Mittel, und ließ durch un-terschiedene, als durch den Herhog von Wünemberg, und dem von Lo-thringen , darum anhalten. Darauf wurde,durch jetzrbesa-gter FürstenVermittelung, zu Collmar, deswegen eine Versammlung angestellet,wobey ich mich erbot bey dem Käyser um Verzeyhung zu bitten,und an dieCrvn Böhmen weiter nicht zu gcdencken. Die proreàrischen Chur-fürsten redeten und schrieben starck vor mich, und dennoch wolte allesnichts verfangen, weil ich, wie nunmehro der Käyser sprach, allzulange' gewartet hätte.

Fast alle prorc stännsche Stände befanden sich demnach höchst-6is-Zvstlret, und merckren gar wohl, daß man trachtete sie gäntzlich unter

Las