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Gespräche In Dem Reiche derer Todten ... Zwischen Friderico V. Churfürsten von der Pfaltz, welcher die Böhmische Crone angenommen, und seinem Sohn Carol. Ludovico, ebenfalls Churfürsten von der Pfaltz : so sich in die Fräulein von Degenfeld verliebt gehabt, und darüber mit seiner Gemahlin in ein grosses Mißvernehmen gerathen ist, ...
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711
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Anne, I6rz. hielt der Römische Käyser zu Regenspurg einen Chur-fürstlichen cslîeZis! - Tag.Chur-Sachsen und Chur - Brandenburg wöl-ken dabey nicht erscheinen, unerachket sie,vom Käyser,verschiedene mal, da-rum ersuchet worden, weil ihnen nicht verborgen war, was daselbst wi-der mich vorgehen würde. Derowegen schickten sie nur ihre Abgesand-ten, mit keiner andern Vollmacht, als nur scl referendum, dahin.

Bey dieser Versammlung nun wurde ich,bereits in die Acht erklahr-ter Prmh, ungeachtet verschiedene dargegen waren, meiner Churfürstli-chcn Würde und Ertz-Truchses-Amts, mit zubehörigcn Rechten undRevüen, beraubet und selbige dem Hertzog^Zximîîiân aus Bayern, zu-samt der Obern - Pfalh und der Grafschafft Cham, zu Lehn gereichet,weil sich derselbe um das Haus Oesterreich, in Dämpffung der Böhmi-schem Unruhen, so gar sehr verdient gemachet, auch grosse Unkosten,durch Unterhaltung der àà , aufgewand hatte, welche, solchergestalt,aus eines andern Euch gar füglich ersetzet werden kunten.

Nunmehro, da mir von Seiten derer mächtigen Stützen, auf dieich mich hauptsächlich verlassen, keine wirckliche Hülffe erfolgte, fieng ichan es hefftig zu bereuen, daß ich mich jemals durch die Böhmische Cro-ne verblenden lassen. Ja ich erkannte, was Massenich mich, eine Cro-zu erlangen, aus einem sichern, stillen und vergnügten Hafen, mei'nun-gestümmes Meer gewaget, allwo nichts als gefährliche Klippen, undlauter Unglücks-Wellen zu sehen, durch die man zu einem unvermeid-lichen Schiffbruch gebracht werden muste.

Zwar Mtercecllrte mein Schwieger - Vater, fscobus I. in Engeland,und ckriüiIvus IV. König in Dännemarck, starck vor mich, richtetenaber nichts aus. Chur- Sachftn und Brandenburg waren gleichfallsmit dem allzuscharffen Verfahrendes Käysers,in Ansehung meiner,übelzufrieden, weil man ohne Einwilligung derer sämtlich Churfürsten, fastaus gantz eigener Lurontät, proceöirel hatte. Wolffgang Wilihelm,Hertzog von Neuburg, procäte starck dargegen, in Betrachtung der-selbe, nach Ausschliessung der Heydelbcrgischen Linie, der nechste ägnzczu der Pfältzischen Chur-Würde und denen darzu gehörigen Landen war,und daher dem Hertzog von Bayern vorgezogen werden wvlte; und gleich-wohl mochte alles dieses nicht das geringste bey dem Käyser verfan-gen.

Ich verkleidete mich, um auf diese Weife in meine Lande zu kom.

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