Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der schönen Montbason, einer gebohrnen Hertzoglichen Fräulein in Franckreich, die sich nachhero an unterschiedene Printzen verheyratet gehabt, un dem Frantzösischen Grafen von Clermont : worinnen beyder Personen Leben und Fata enthalten ...
Entstehung
Seite
465
Einzelbild herunterladen
 

8cckLi^k.ius.

Lochern ünSers von Paris. Am 2Z. OKol,,-. dieses 1721- Jahres, ist deeDuc äe Sk. Simon, als kxk, 30 rctmâir-^mbzllâlleur unsers Königs/Von hier Nach Ma-drit aufgebrochen. Es heißet zwar,er werde sich nur sechs Wochen zu Madrit aufhal-ten,binnen welcher Zeit dieHeyrarhs-imästen,zwischen dem hiesigen und demSpa-Nischen Hof, ausgewechselt werden sollen. Nichts destowem'ger aber bekommet der-selbe, von Sr. Majestät unserm König, zoo. tausend isvreg zu dieser ^mbzlUlls,und hat auch vor sich selbst vor 400. tausend-s Wechsel-Briefe mitgenommen.Den Hertzog von erwartet man alle Augenblick, als àlmoàsir - Gesand-ten vonSr. Cakholischen Majestät in hiesiger Stadt.

Non'i'sLson.

Dergleichen àk-ZL^en bringen einem zwar große Ehre, die man aber theu-er genug bezahlet, weil man gemeiniglich eine grosse Summa Geldes dabey zusetzenmuß, indem das, was der Souverà herschiesset, fast niemals hinlänglich den Auf--ang zu bestreiken.

(!i.Lkr.kl 08 r.

Aus eben der Ursache klimmet man so leichtlich niemals andere, als bemit-telte Personen darzu, diecspäble ein capital vor dir Ehre ihrer Herren zu ssc-illci.ren. Der Graf Gallas mag, bey seinen àb-âsen in Engeland und zu Rom,mehr als eine Tonne Goldes zugebüsser haben. Derohalben machte ihn der Kay-scr zum Vice- IN Neapolis, wofeibstsich sein Beutel, binnen einer Zeit von et-lichen Jahren, sonder Zwciffel tapfer wieder erholet haben würde; woserne nichtder Graf nach einer kurtzen Anwesenheit allda, gestorben wäre. Der Grafkmskysolle neulich, bey seiner kurtzen àibâllâà zu Rom, 70. tausend Gulden zugese-tzet, dem Grafen von Stahremberg aber seine Gesandtschaft in Engeland schonüber «rovoa. Gulden gekostet haben. Von dem gewesenen Schwedischen Gesand-ten an dem Käyserlichen Hof, Grafen Dielckcn, verlautete unlängst, er hätte,hinnen einer Jahres-Zeit, !00200. Gulden aufgewand, und dadurch grosseskob erworben. Von einem gewissen Portugiesischen Gesandten , der sicheinstmals zu Wien befunden, habe ich gar gehöret, als ob ihm nicht ge-nug aufgehen können, wanncnhero er alle Dinge noch einmal so theuer bezahlen las-sen, als man sie geboten. Jngleichen haben seine Pferde silberne Hufeissm getra-gen, und dieft nicht feste angemacht seyn müssen, damit sie desto eher verlohnn ge-hen mögen, und denen, sosie gefunden, Anlaß zu jauchzen und zu ftvlvcken ge-ben können-

^lon-rs/, 80 ^.

Indessen sind mir auch Gesandte bekannt , die sich wohl sehen lassen, und den-noch eine so gute Oeconomie geführct, daß sie, bey ihren Gesandtschaften, dieBeutel eher angefüllet als ausgeleeret.

Gr.LkUon'r.

Bey gar grossen Gesandtschaften ist dieses etwas schwehres, ja fast unmög-liches.