Druckschrift 
Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der schönen Montbason, einer gebohrnen Hertzoglichen Fräulein in Franckreich, die sich nachhero an unterschiedene Printzen verheyratet gehabt, un dem Frantzösischen Grafen von Clermont : worinnen beyder Personen Leben und Fata enthalten ...
Entstehung
Seite
435
Einzelbild herunterladen
 

M ( 4Zs ( ZW

schenckete seiner ^anrells, binnen wenig Wochen, mehr als zehntau-send Thaler werth, und bildete sich ein, daß alle Süßigkeiten, die er ehe-mals in denen Umarmungen seiner rechtmäßigen Gemahlin genossen,denjenigen gar nicht zu vergleichen wären, so er in diesergeilen MetzeBeywohnung empfand.

Indessen trieb es seine Gemahlin tapfer mit dem Nunclo > undmachte es so gar grob, daß derHertzog von Lei-i-y auf den Argwohn ver-fiel, es müste etwas ihm unanständiges zwischen ihnen päen DieCammer-Jungfer, mit welcher derHertzog buhlete, befand sich schwan-ger, und ihr angefülleter Leib geschwolle gewaltig. Indem nun diesesdes Hertzogs äpveric nach ihren Umarmungen ein wenig minderte, son-ne er der Sache genauer nach, und merckte die List, daß nemlich der Nun-tius die Dirne darum in sein Haus gebracht, damit er an sie gerathenmöchte, jener aber, der Nuncius nervlich, seine, des Hertzogs Gemah-lin , alsdann desto leichter zu seiner Liebe bereden könnte, kerry nahmsich damals vor sein Liebes-Verständniß mit der Italiänischen Dirneaufzuheben. In der Absicht forderte derselbe seine Liebes, Briefe undLNlers zurücke. Allein sie waren fast alle dem dluncio, gegen ansehnli-che Verehrungen behändiget, und dieser hatte sie der Gemahlin des Her-tzsgs zugestellet. Weil sich nun die Dirne, ohne die Briefe, nicht ge-trauete weiter vor die Äugendes Hertzogs vonösr^zu kommen, packe-le sie das ihrige zusammen , ecvappirte heimlich , und gicng zehn bißzwölffraufend Thaler reicherüberdie Alpenzurücke, als sieherrüber ge-kommen war.

Gleichwie aber, des dlunc» unerlaubter Umgang mit der Gemah-lin des Hertzogs von diesem immer stärcker in die Augen leuchtete:also sehtte er sich vor schwehre Rache an ihm auszuüben. Zu dem Endeerkauffte er einen tagendes dlunäi, der die Liebes,Briefe zu seiner Ge-mahlin trug, auch ihre Antwort darauf allemal abholete. Als nun derHertzog vcn à-/ einstmals, bey dem Hertzog von O-leanr, des Abends,speisen s-sie, gab seine Gemahlin dem àncîo unverzüglich Nachrichtdavon, und besteilete ihn zu sich. Solches ward dem Hertzog von kcr-r/ verra? hen, wanncnhero er zwar wircklich ausfuhr; zu Fuß hingegenzurückegieng, sich heimlich in seinen Pallast schliche, und sich in dem Ge-mach seiner Gemahlin, die sich, auf Anstifften, IN diesem Moment, ac-cu^c in einem andern Zimmer befunden, hinter die Tapeten versteckete.Der l^uncius fand sich um die bestimmte Zeit ein, und die Herhogliche

XXXVM.L-M-. Nun Ge-