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Anblick so vieler Fürsten und Standes-Personen, nebst dem schönenAufzug so vieler tausend Kriegsbeute, und die angenehme àtlc , clEmir-ten einem die Augen sowohl, als die Ohren. Ich pr-ssentitte mich aneinem Fenster, in dem Pallast meines Vaters, und zog durch den Glantzme-ner Schönheit aller vorbey pâenden Augen auf mich. Der Her-tzog von kerry ritte, nebst noch zweyen Fürsten, vor dem König her. Eswar ihm unmöglich, daß er Nichtseins Blicke hinauf in das Fenster soltegemorsten haben, allwo ich stunde, welchen die Meinigen alsofort begeg-neten. Ich wurde feuerroth bey seinem Anschauen, und diese Farbegab sattsam zu erkennen, daß noch Liebes-Gluth genug in meinem Her-hen übrig seye. Alles kam uns beyderseits auf einmal in den Sinn, wiewir ehemals miteinander gestanden hatten ; und weil meine Schönheitmehr zu als abgenommen, schien es, als ob der Herhog, aufs neue plötz-lich davon gerühret, und sein Hertze entzündet würde. Er grüssere michmit einer gantz sonderbaren Ehrerbietung; allein ich blieb vor Entzü-ckung , gantz unbeweglich. Er wüste nicht was er, wegen dieser Un-empfindliche , welche doch die stärckste Empfindung war, vor eine
> Auslegung machen solle; endlich aber legete er es Loch meiner grossen
j Gemürhs-Verwirrung bey, daß ich ihm gar nicht gedancker hätte.
> Ais der Wagen seiner Gemahlin kam, um den zwölff kaZen undsy viei i.3guLyen, in blauer ssivrcs mit Golde starck boràîret, und auf ih-ren Hükhen meiste Federn tragende, her giengen, sie aber darinnen, mit .Edelgesteinen gantz beladen saß, wendete ich die Augen aus Eyfersuchtweg. Denn sie fülleten sich mit Thränen, weil ich meinete, daß ich bil-lig an ihrem Platz sitzen solte. Es waren noch über zweyhundert Ka-rossen zurücke, ohne das Kriegs-Volck, dessen ein gutes Theil, in schön-ster Ordnung, den Einzug schloß. Allein ich achtete dieses alles keinesweitem Anschauens werth, sondern begab mich in ein besonderes Zim-mer, um daselbst mein widriges Schicksahl in gelassener Freyheit zu be-weinen.
Der MarggrafLlsssKurk-y.den ich noch immer sehr werth hielt, ob-gleich die Liebe zu ihm ein wenig erkaltet gewesen, war ein Ertz-Böß-rvicht in seiner Haut. Derselbe reisete zu dem König nach Oaupkinö.weil ich zur Trauer-Zeit keine vilìcen von »hm annehmen wolle. Aufdem Rück-Weg nach Paris nun, da er sich unter der Là des Königsbefand, gerieth er mit des Hertzogs von Gemahlin in Bekannt-schafft, und bewarb sich auf alle Weise den Hertzog zum Hahnrey zu
machen.