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Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der schönen Montbason, einer gebohrnen Hertzoglichen Fräulein in Franckreich, die sich nachhero an unterschiedene Printzen verheyratet gehabt, un dem Frantzösischen Grafen von Clermont : worinnen beyder Personen Leben und Fata enthalten ...
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415
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KZ ( 4ls ) -W

Mem Gemahl insonderheit fassete einen grossen Argwohn; ließ sichaber nicht mit dem geringsten heraus, und wir blieben bey meinem Va-ter zur Abend - Mahlzeit in dem Garthen.

Gleichwie der maulschellirte ?2§s ein Italianergewesen : also warer gleich auf Rache bedacht, und beschlösse bey sich selbst meinem Ge-mahl den Brief, Wechsel mildem Hertzog von Lsrr^ zu verrathen, auchihm den Brief zu zeigen, den ich in dem Garkhen geschrieben , als wel-chen er, zur bestätig, annsch bey sich hatte. Hierzu nun gab ihm auchmein Gemahl selbst Anlaß. Denn selbigen Abend noch, als er nachHause kam, forderte er ihn gantz alleine zu sich in sein Zimmer,sahe ihnmit einem ernsthaffken und drauendenGesichte an,und sprach zu demselben:Höre c-iàlào > so hieß sein Name. Dieses solle die legre Stunde dei-nes Lebens seyn,wo du nicht bekennest,woher dasBlut gekom-men? und was vor Gemeinschaft«: du mit meiner Gemahlinpflegest.Darauffiel der p-iße meinem Gemahl unverzüglich zum Füssen,und sagte alles heraus; jedoch nicht daß er mich geküsset, sondern wen-dete vor, er habe darum eine Maulschelle bekommen, weil er den Briefnoch umbestellet bey sich gehabt; welchen er zu gleicher Zeit mcinemGe-mahl überlieferte. Dieser ermangelte nicht das Schreiben zu eröffnen.

Es war in der That in sehr zärtlichen l'erw.ims verfasset, unter andernauöh diese Worte darinnen enthalten, daß ich den kerry bäte seine Qvaalmeinetwegen zu mindern, dadurch sein Leben zu erhalten, weil, anderer-gestalt, mein halbes, ja wohl das ganhe Herhe, mit ihm in das Grab ^geleget werden würde, dàferne mir nicht das Verhängniß auferlegete,des-sen andern -Theil dem;« geben, mit welchem ich jeho vermählet lebenmüste. Im übrigen aber wünschete und Hoffete ich, daß er bald wieder-kommen solle.

Dieses nun war genug, einen ohne diß eyfersichtigen Gemahl vol-lends in den Harnisch zu bringen. Die Eyfersucht machte sich zumDollmetfcher meines Briefes, und sagte ihm noch zehnmal mehr, alswircklich darinnen enthalten gewesen. Den l^gen ließ er in einen sin-sternKercker werffen, vermeinende, noch weit mehr aus ihm zu bringen;und es bekam, auf diese Weife, der böse Bube Zeit, feine Verwegen-heit zu bereuen. Selbige Nacht fand sich mein Gemahl auch nicht inmeinem Schlaff-Zimmer ein, sondern legte sich in ein besonderes Ge-mach, wannenhero ich leichtlich errathen kunnte, daß Làklo müste ge-

Kkk z beichtet