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Gespräche in dem Reiche derer Todten ... zwischen der letztverstorbenen Römischen Käyserin, Eleonora Magdalena Theresia, und der letztverstorbenen Königin in Franckreich, Maria Theresia : worinnen das Leben, Gottesfurcht und hohe Tugenden dieser beyden großen Printzeßinnen ... zu ersehen ...
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sien Theil davon, entwendet, eben so lieben könne, wie eine Printzeßinihren Gemahl liebet, mildem sie in einer vergnügten Ehe lebet ?

DteKayserm.

Ich bin allerdinas der Meinung, daß eine Printzeßin allezeit in einer-- ley Liebe gegen ihren Gemahl verharren solle, wann auch gleich dieser ineinigen kxceiì und Ausschweiffung verfallet. Will aber die Empfind-lichkeit über die Schuldigkeit den Meister spielen, dergestalt, daß einerPrinheßm die Lust ankäme, Rache auf ein oder andere Weise, an ihremungetreuen Gemahl auszuüben, muß das Gebet zur Hand genommen,und vermittelst dessen die Empfindlichkeit überwunden werden.

In der alten Burgundischen Historia ließet man, welchermassen einjunger König in Portugal!, zur Gemahlin des Herhogs von Burgund,die er,rm Jungfrauen-Stande zur Ehe begehret, und sie deshalb offersim Bildniß gar sehnlich betrachtet, gleichwohl aber dieselbe wegen seinesVaters nicht heyrachen dörffen, eine so grosse Liebe getragen, die ihnendlich beweget sie heimlich zu besuchen. Zu dem Ende habe er sich inPortugal! aufgemachet, und seye, zu einer Zeit, da er doch ebenfalls schonverheyratbet gewesen, nach Burgundien gerefft, woselbst er auch, durchgrosse Geschcncke, in einen vertraulichen Umgang mit der Hertzoà ge-rathen. Als er aber einstmals bey derselben sich in dem Schlaff-Gemachbefunden, wäre er von dem Hertzog angetroffen worden, der ihn, als einevfriger Herr, gefangen nehmen, binden und heimlich vermauren, jedochnicht hinrichten, sondern, zu seiner desto grossen Quaal, täglich mit Was-ser und Brod speisen lassen. Wie diesen elenden Zustand seine Gemah-lin, die junge Königin, vernommen, seye sie in schneller Eil nach Burgund,

' zu dem Herhog abgereiset, und habe vor ihren gefangenen Herrn mitThränen gebeten, aber durch ihre wehmüthige Bitte,weiter nichts erlan-gen können, ausser nur, daß er seiner unerträglichen ewigen G fängnißerlediget, und heimlich, ohne grosses Geschrey, hingerichtet werden solle.Nachdem nun das fromme züchtige Hertz, die junge Königin, dieses Ur-theil und letzte keiàion gehöret, habe sie, aus hoher Bitte erlanget ih-ren Gemahl vor seinem Ende zu besuchen; alsdann aber, da sie sich mitihm alleine befunden, demselben ihre auf demLeib gehabte Kleider ange-leget, und ihn, also verkleidet, aus dem abscheulichen Ort seiner Gcfangen-schafft gehen lassen, worgegen sie an dessen stakt verblieben, und ohne alleGnade seine ihm zuerkannte Strafe erleiden müssen, weiche darinnen be-standen , daß sie, von einem erhabenen Ort, liess hinab, auf spitzige eifer-

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