Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Vierzehnter Band (1797) Nachlese von Bemerkungen zu den letzten Regierungsjahren Heinrichs des IV : nebst Anzeie der Quellen, aus welchen der Inhalt dieses Bandes geschöpft ist
Entstehung
Seite
261
Einzelbild herunterladen
 

-- r6l

sen Wohlseyn getrunken hatten, lieber den Schmerzder Königin und überdas unverdiente Geschick, welchesihrem Gemahl widerfuhr, legte er die lebhafteste Theil-ahme zu Tage. Den vornehmsten Kronbcamten schick»te er Briefe durch Eilboten zu, worin er sie ermahnte,die nemliche Liebe und Treue welche sie gegen den ver-storbenen König bezeugt hätten, auch noch gegen dessenThronerben beyznbchaltcn. Wiewohl sich die Päbstenur seiten bey den Exequien einzufinden pflegen, wollteer dennoch durchaus bey diesen zugegen ftyn, und dieLeichenpredigt mit anhören, welche Jakob Seguier,ein eben so gelehrter als beredter Man», hielt. Die-ser legte jenem großen Fürsten alle Lobsprüche bey, welcheihm wegen seiner Tugenden und Verdienste gebührten.Er nannte ihn den Beschützer der öffentlichen Ruhe, dieZierde der christkacholischen Kirche, den Friedensstifterunter den Potentaten der Christenheit, und die Won-ne der Welt. Dennoch schienen alle diese Lobenserhe«bungen dem gerührten Pabste so wenig erschöpfend, daßer ihm eröffnen ließ, er habe bey weitem noch nichtgenug gesagt.

Der König von Spanien kam vor Zorn ganzaußer sich, als er diese Nachricht vernahm. Ec merk-te nicht gleich wovon man eigentlich sprach, und frag-te daher, ob ihm vielleicht der König den Krieg erklärtHabe. Er wird nie wieder Krieg führen,erwicderte der Marchese de Velada; den» erist todt! Der König, welcher nun eben so schnell vonder Wahrheit überzeugt, als vom tiefsten Schmer; durch-drungen war, sagte hierauf, durch sein Abstecher, habedie Welt den größten unter allen Feldherrn verloren.Dann konnte er eine Zeitlang nicht wieder zum Workkommen, und der Königin flüchten die Thräncn ausden Augen. Als man ihm sagte, der K^rl welcher den

R Z König