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lagen der Bratsche aus doppeltem Grund einen verdunkelten, ge-pressten und näselnden Klang haben; einmal, wie alle hochgegriff-nen und damit verkürzten Saiten, dann, weil diese Verkürzungstärkere Saiten betrifft, als auf der Violine. Man thut daher wohl,die Bratsche nicht leicht über das zwcigestriehne g oder a hinauf-zuführen und selbst diese Höhe nur in dringenden Fällen in Gän-gen oder im Einklang mit den Geigen (oder in Solosätzen zu be-sondern Effekten) zu gebrauchen. Die beste Wirkung leistet jedesInstrument — und so auch die Bratsche ■— in dem ihm eigentüm-lichen und bequemen Gebiete.
Auch das Flageolettspiel ist auf der Bratsche in dersel-ben Weise, wie auf der Geige ausführbar. Der Komponist wirdaber hier noch seltner Anlass haben, auf dasselbe zu rechnen, alsbei der Violine, — zumal in Orchestersälzen. Denn die durch das-selbe erreichbare Höhe wird (wie oben gesagt) besser den Geigenüberlassen und der feinere metallische oder llötenartige Klang desFlageoletts eignet sich in den allermeisten Fällen ebenfalls mehr fürdie den Geigen zugefallne Aufgabe im Orchester; wie weit aberder Spieler sich auch auf der Bratsche des Flageoletts bedient, umeinzelne Töne besser zu erreichen, kommt hier nicht in Frage.
Doch darf auch ein Fall nicht unerwähnt bleiben, in dem dasFlageolett der Bratsche reich ausgebeutet worden: es ist die nurvon einer Bratsche begleitete Liebesromanze Raouls in Meier-beers Hugenotten,
Doux comme hermine.
Vielleicht war es dieses Bild, das dem geistreichen, in der-gleichen raftinirt bezeichnenden und eigenthümlichen Mitteln uner-schöpflichen Künstler den glattkühlen Schimmerschein, das streichel-weiche Spiel — doux comme hermine — des Bratschen-Flageolettsvor die Seele geführt*).
Vierter Abschnitt.
Technik des Violoncells.
Das Violoncell ist bekanntlich ein der Violine ähnlich gebautes,nur weit grösseres Instrument, das zwischen den Knien des Spie-lenden ruht, mit aufwärts gerichtetem Halse, und dessen vier Saiten(die beiden tiefsten mit Silberdralh besponnen) in gross C, G, kleind und a gestimmt sind. Die Zwischentöne werden wie bei derGeige, durch festen, die Saite verkürzenden Aufsatz oder durch
') Hierzu der Anhang M.