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Nur hat die grössere Mensur des Instruments zur Folge, dassdie Griffe weiter sind, mithin die weilen Griffe, also auch weitaus-gedehnte Doppel- und mehrfache Griffe etwas schwerer zu erlangen(wofern nicht, wie hier —
blosse Saiten zu Hülfe kommen) auch eine gleich schnelle Bewe-gung, ausser in den bequemsten Figuren, nicht so leicht ist, wie aufder Geige. Namentlich ist das Ablangen der ausserhalb der Lagebefindlichen Töne begreiflicher Weise schwerer, als auf der Geige.Man thut also wohl, die Bratsche einfacher und ruhiger zu führen,
— was ohnehin ihrer tiefem Lage und ihrem Klangkarakler zusagt,
— und sich der Doppel- und mehrfachen Griffe, namentlich auchdes zweistimmigen Satzes mit noch grösserer Zurückhaltung, mit Be-schränkung auf die leichtesten Kombinationen zu bedienen.
Was die Bratsche vor der Geige voraus hat, ist offenbar ihreTiefe, die C -Saite mit ihrem Tongehalt. Daher erweist sich ebendie Tiefe — und somit die erste Lage als ihre vorzugsweis karak-leristische Seite.
Auch der Klang des Instruments thut dazu, diese karakleri-slische Seite noch mehr hervorzuheben. Das Instrument hat ver-möge seiner grossem Mensur und Tiefe einen materiellem oderrauhern Klang und seine tiefste Saite nicht hlos dies im höhernMaasse, sondern auch grössere Schallkraft, als die Geige und derenG- Saite. So bietet es also in der Tiefe einen eignen von dem derVioline verschiednen Karakter.
Dass die Bratsche in der Höhe wenigstens um fünf Stufen derVioline nachsteht, ist schon aus ihrer Stimmung klar. Ueberhauptaber bedient man sich in der Regel ihrer hohen Lagen wenigergern, als der tiefen. Denn die hohen Tonreihen sind im Streich-quartett Eigenthum der Geigen und können von diesen leichter dar-gestellt und weiter verfolgt werden , während die Bratsche, um siezu geben, die ihr eigenthümliche und von der Geige nicht erreich-bare Tiefe aufgeben müsste. Hierzu kommt, dass die hohen Ton-
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