Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
225
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die Selbsühätigkeit des Lernenden bestimmter zur Sprache bringen.Vorausgesetzt wird, dass er Schritt für Schritt alle ihm allinähligüberlieferten Organe in einzelnen Sülzen nach allen Seiten hin inAnwendung gebracht habe, wie auch schon früher begehrt worden.Diese kleinen Vorversuche machen es, wie schon S. 12G gesagtworden, dem liebenden leicht, seine ganze Aufmerksamkeit undTheilnahme den Instrumenten zuzuwenden, sich ganz in ihr Wesenzu versenken und aus ihnen heraus zu erfinden, eben weil die Kom-position selbst keinen eigenthümlich bestimmenden Inhalt hat.

Die wirklichen Kompositionsübungen nun, die sich den Vorver-suchen ansehliessen, müssen, wenn sie im Einklang mit der Lehrebleiben wollen, vornehmlich zwei Bedingungen erfüllen. Sie müs-sen Erstens jedesmal den bestimmten Umkreis von Instrumenten,der dem Jünger in den verschiednen Lehrabschnitten gezogen ist,inne halten, sich also zuerst (S. 125) auf den Verein von zweiKlarinetten und Fagotten, dann von drei Klarinelten, zwei Fagot-ten beschränken, daun Kontrafagott, dann Hörnerzuziehen u. s. w.Zweitens müssen sie dem Karakter der Harmoniemusik, und zwarauf jeder Stufe dem der eben vereinten Instrumente jedes ein-zelnen und ihres Vereins entsprechen.

Im Allgemeinen entsprechen der Harmoniemusik von allen Kom-posilionsformeu die einfachem am besten, weil die Blasinstrumenteselber für einfachere Wirkungen am geeignetsten sind. Schon diesweiset auf die Liedformen, namentlich Tanz und Marsch,und auf die kleinern Rondo formen. Sie alle haben für Har-moniemusik auch den Vortheil der Kürze. Denn das Blasinstrument und so auch der Verein von Blasinstrumenten ist von sobestimmtem und daher umgränztem Karakter, dass er denselbenbald zum Ausdruck gebracht hat, dann aber bald in Gefahr geräth,einförmig und ermüdend zu werden, während die minder positivenSaiteninstrumente weit mannigfachere Stimmungen und Bedeutungenin sich tragen und längere Zeit brauchen, sich auszusprechen, ohneGefahr der Eintönigkeit und Erschöpfung. Es fragt sich nun noch,welche Aufgaben auf jeder Stufe die angemessnern sein mögen?Hier soll und darf keine Vorschrift dem eignen Ermessen eines Jedenvorgreifen ; was wir darüber äussern, sind Vorschläge, die nur unsreAnsicht vom Karakter und Vermögen jeder Stufe andeuten.

Mit dem Quartett von zwei Klarinetten und zwei Fagottenscheinen blos einfache, bald sanftere, bald muthigere Liedsätze dar-stellbar zu sein, in denen wieder eine Hauptstimme zu freier undreicher Entwicklung kommt, noch Individualisirung der einzelnenStimmen weiter, als etwa in No. 140 verfolgt werden kann.

Mit dem Zutritt einer Prinzipal-Klarinette ist die Ausführungeiner freien und reichern Hauptstimme mit voller Begleitung mög-Marx, Komp. L. IV. 3. Aull. 15