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4 (1851)
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greifenden Karakter hat, die Sexte sanft, fliessend, die gemilderteUmkehrung der Terz ist, die Quinte ein weit in das Unbestimmtehintönendes, und darum in sich selber nicht bestimmtes Wesen hat.Dass dieser Sinn der Intervalle nicht blos in der Melodie, sondernauch in der Harmonie zum Ausdruck kommt, dass um nur eineinziges Beispiel zu geben, der Dreiklang

a. b. c. d. e.

mit verdoppelter Terz (a) von dieser Terz*) überschrieen und selbstschreiend, mit obenliegender Terz (b) scharf eingreifend, ohneQuinte (c) heller tönend wird, als mit der eingemischten Quinte (d)und am mildesten wirkt, weun (e) alle Intervalle in weiter Har-monie sich auseinander setzen, ist bekannt. Daher greifen diePosaunen in No. 211 fester ein, als in No. 209, weil sie siehauf Grundton und Terz beschränken; und die Hörner treten schla-gender mit dem Grundton, als mit Grundton und Quinte ein.

Aber der Ausdruck der Intervalle macht sich auch in ihrerAnordnung in der Instrumentation geltend. Wenn man starkschal-lenden Instrumenten weichere oder weniger entschieden eingreifendeIntervalle giebt, so schwächt man ihre Wirkung. Der Eintritt derKlarinetten und obern Posaunen in No. 211 mit einer Sexte kanndaher schon nach dem Karakter des Intervalls nicht die Kraft dernachfolgenden Terz haben, auch abgesehn von der Erhöhung derTonlage.

Hiermit haben wir nun einen Ueberblick über die nächstwich-tigen Anwendungen der Oboe im Verein mit andern Blasinstru-menten, namentlich über ihren Beitritt zu der Massenwirkung. Dasssich nicht alle Rücksichten vereinen, selbst für einen einfachenZweck nicht alle Stellungen oder Vortheile gleichzeitig benutzenlassen, ist leicht einzuseben. So treten z. B. in No. 211 die OboenAnfangs in ihren tiefsten Tönen (S. 152) enggeschlossen (S. 115)im Intervall einer Terz auf. Aber diese Terz enLhält die Quintedes Akkordes (S. 183) und die erste Oboe kann nicht die ersteKlarinette verdoppeln (S. 180); nachher geschieht dies, aber dieOboen haben ihre schallslärkste Lage verlassen. Welche Seite nunder Komponist benutzen will, das muss er in jedem einzelnen Fallnach Sinn und Stimmung desselben und nach dem Gang seinerStimmen erwägen. Es würde den Fluss und die Kraft des ganzenSatzes beeinträchtigen, wollte man, um in jedem einzelnen Moment