vermehrt, die Schlagkraft und Schärfe der Klinge aber ver-mindert, oder ganz aufgehoben.
Dass diese dritte Lehre, die wir dem Zutritt der Flöten zuden Klarinetten verdanken, sich nicht auf den einen Fall beschränkt,sondern noch vielfache Anwendung zulässt, erkennt Jeder im Vor-aus. Wir wollen sie gleich auf eine andre Zusammenstellung über-tragen, zu der bald Gelegenheit sein wird , auf die von Trompetenund Hörnern. Die Trompete ist hell, scharf eindringend, schmet-ternd; das Horn ist dumpf oder dunkel, quellend rund, selbst imforte weit entfernt von der Schmetterkraft der Trompete, beiläufigauch für die der Trompete eigenthümliche Schmetterfigur (S. 47)bei Weitem weniger geschickt. Wollten wir nun einen Trompe-tensatz mit Hörnern im Einklang verdoppeln, z. ß.
Maestoso.
Trombe io B.
Conti in B alto.
'- 3 = 3 .-
so w'ürde zwar die Schallmasse vermehrt, die Schärfe der Trom-peten aber und damit die Eindringlichkeit des Salzes beeinträchtigt*),— obgleich hier noch die Gedrungenheit günstig einwirkle, die demHornklang in den hohen Stimmungen eigen ist. Entfernte man dieHörner um eine Oktave (nähme man z. B. statt der hohen tiefe.B-Hörner, oder Ei’-Trompeten und Es-Hörner) so würden die Trom-peten wenigstens in ihrer eignen Tonlage frei sein. Am ungehemm-testen, reinsten und kräftigsten würden sie wirken, am energisch-sten würde der Satz heraustrelen, wenn die Trompeten allein ge-lassen würden und die Hörner ganz wegblieben. — Wollte manumgekehrt die Hörner (hoch B) noch enger den Trompeten an-schliessen, sollten sie auch den Schmetterton derselben mitmachen,so würde damit die letzte Eigenthümliehkeit der Trompeten durchdie mindre Beweglichkeit der Hörner unterdrückt.
Schreiten wir nunmehr zu der Bildung von Sätzen, so zeigensich folgende Kombinationen für sie.
Erstens können alle unsre Bläser zusammen harmonische Mas-sen bilden. Hier —■
) Wer mit Farbengebung einigermaassen Bescheid weiss, stelle sich dieWirkung der Trompeten als Scharlachroth vor. Führt man über diese Farbe einBlau, so ist mehr Farbe angewendet; aber die Kraft der Iiichtfarbe ist gebro-chen, aus Roth ist schattiges Violett geworden.