Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
155
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den Alhem zusammenfassendes Mundstück oder ihn materialisiren-des Blatt oder Doppelblalt einwirkt, sondern der reine Anhauch denTon erweckt, Luft unmittelbar auf Luft wirkt. Dieser Luftklangist glatt, weich, auch hell, aber ohne Färbung, ohne Leiden-schaftlichkeit oder Erwärmung, die erst aus dem Zusammentreffenverschiedner und einander widersprechender Elemente hervorgeht.Auch fehlt ihr natürlich jener romantische, fernhin und gleichsamvon fern herüber tönende Klang, den das Waldhorn vorzüglich derForm seines Kohrs und der Erweiterung seiner Luftsäule von demengen Mundstück bis zu dem sehr weiten Schalltrichter verdankt.Heitre, leichte, kindliche Weisen sind es, die der Flöte zunächstZusagen; was sie im Verein mit andern Organen werden kann, da-von ist späterhin zu reden.

Von der Flöte sind, um höhere Lagen mit Leichtigkeit undKraft benutzen zu können, noch einige Nebenarten in Anwendunggebracht worden, die wir hier aufzählen. Es ist1. Die Terzflöte,

eine kleinere Flötenart, deren Töne eine kleine Terz höher er-scheinen als sie notirt sind und auf der gewöhnlichen Flöte ein-treten würden, z. B. die Noten bei a

so wie bei b geschrieben ist, mithin als / bis a aus der ein- bisdreigestrichnen Oklave. Die Tonreihe der Terzllöte beginnt übri-gens den Noten nach mit dem eingeslrichuen d, in der Wirk-lichkeit also mit dem eingestrichnen f.

Die Terzdöle hat vermöge ihres kürzern und engern Rohrshärlern, in der Höhe bald grell werdenden Klang und wird beson-ders bei starker Harmoniemusik (z. B. in Militair - Musikchören)statt der gewöhnlichen Flöten gebraucht, deren Schallkraft hier nichtausreichen würde. Im grossen Orchester ist sie unsers Wissensselten (von Haydn, Mozart, Beethoven nie, von Spohr in seinerWeihe der Töne) gebraucht worden. Man kann sie wohl in denmeisten Fällen hier entbehren und thut dann gewiss gut, nichtauf sie zu rechnen. Doch wollen wir weder hier noch sonst wouns oder Andre zum Verzicht auf ein Kunstmittel verurlheilen,wenn dasselbe zweckgemäss erscheinet.

2. Die Oktav flöte.

auch kleine Flöte*), flaulo piccolo , Pikkolflöte, genannt. Sie stehteine Oktave höher als die gewöhnliche Flöte und intonirt auch ihre

*) Im Gegensätze zn den kleinern Flölenarten heisst die gewöhnliche Flötedie grosse ; oder auch vorzugsweise (im Gegensatz zu den andern Blas-