Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
152
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Gliedern zu bilden, zwischen denen der Bläser ohne Störung ab-setzen könne.

Im Allgemeinen sind der Oboe die Tonarten bis zu zwei Kreu-zen und drei ßeen, also von üdur oder //moll bis zu I?.sduroder Cmoll, die bequemsten; es versteht sich dabei immer vonselbst, dass auf den Inhalt das Meiste ankommt, dass namentlicheinfache Sätze und langsamere Bewegung auch in entlegnen Ton-arten keine Schwierigkeiten haben können.

Die Schallkraft und der Klang der Oboe werden zunächstdurch die enge Mensur und Kürze des Rohrs und durch das alsMundstück dienende Doppelblalt bestimmt. Bei der im Vergleich mitder Klarinette oder gar dem Fagott geringen Ausdehnung der Luft-säule hat die im Mundstück schon eintretende Beengung des Luft-slrahls und die Erzilterung der beiden Blätter einen weit hervor-tretenden Einfluss auf den Klang. Derselbe verliert ungleich mehrvon dem Luftartigen des Klarinellklangs und würd körperlicher, kör-niger und gewinnt eine gewisse eindringliche, ja selbst im pianonoch einschneidende Schärfe. Diese hier blos allgemein bezeichneteEigenschaft nimmt aber in den verschiednen Tongebieten des Instru-ments einen wohl unterscheidbaren Karakter an.

Die tiefsten Töne, bis zum eingestrichnen e oder f, sind hart,gleichsam scharfkantig und aufdringlich, plärrend und schnarrend,dem Nasalen im Gesang (den Nasenlönen) verwandt, dabei abervon erheblicher Schallkraft. Dies gilt vorzüglich von den zwei oderdrei untersten Stufen, die an Schallkraft und Eindringlichkeit demKlang der Trompete fast gleichkommen und alle übrigen Instrumenteüberschreien können, so weit sie auch von dem klaren, metallischglänzenden , heldenhaften Karakter jenes Instruments fern bleiben.Diese Töne, besonders die tiefsten, geben auch kein rechtes pianoher, ihrKarakter lässt sich nicht sonderlich verbergen oder ändern.Die folgenden Töne bis zum zweigeslrichnen d oder e mildern sichstufenweis, bleiben aber, besonders nach der Tiefe zu, immer nocheckig und scharf eingreifend. Von f oder fis , besonders von aan verfeinert sich nun der Klang, er w r ird liier, ohne seine Schärfeaufzugeben, überaus zart, des feinsten Ausdrucks fähig, bis erendlich in der Höhe, besonders vom dreigestrichnen d an, wiederein mehr spitzes und weniger biegsames, behandlungsfähiges Wesenannimmt, durch dasselbe auch wieder etwas Durchdringendes erhält,das ihm in der zartem Region nicht eigen ist. Es lassen sich alsoungefähr folgende Klangregionen,