Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
Seite
132
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halte geführt werden können, nicht ohne noch weitere Entfer-nung vom Choral-Karakter ausführbar gewesen. Die Fagotte tren-nen sich noch mehr, können es aber besser dulden, wie die Kla-rinetten , da ihnen vermöge des Doppelblatts schon eine schärfersich zeichnende Intonation wenn gleich bei mindrer Schallkraftim Ganzen eigen ist, welche die abgesonderte Führung der bei-den Stimmen begünstigt. Das erste Fagott sinkt übrigens besondersam Schlüsse der ersten und vierten Strophe in die unvorteilhaftmatten Mitteltöne. Man hätte im ersten Falle so, wie oben bei cabhelfen können, wollte aber nicht die Möglichkeit einer Steigerungaufgeben.

Zuletzt sei bemerkt, wie das erste Fagott in allen diesen Cho-ralsälzen den Karakter der Tenorstimme (Th. I. S. 320) annimmt.Fodert einmal die Aufgabe Auflösung der Stimmpaare deren Zu-sammenhalt wir in freien Sätzen besser bewirken konnten, sonimmt das erste Fagott fast unabsichtlich (auch in No. 140 und 141zeigen sich Spuren davon) diese Richtung; die gepressten und da-durch schon leidenschaftlichem hohen Töne des Instruments entspre-chen ihr und befördern sie. Bei grossem Zusammenstellungen wer-den wir denselben Hang des Instruments wieder linden; nur wer-den wir ihn da günstiger benutzen können, während ihm hier nichtohne Beeinträchtigung des Zusammenklangs und Schmelzes, der dieBlasharmonie ziert und hebt, gewillfahrt werden kann.

Vierter Abschnitt.

Erweiterte Aufgaben.

Die bisherigen Hebungen sind besonders desswegen beschränktzu nennen, weil die gewählten Instrumente den Hang haben, ver-bunden zu bleiben und hierdurch eine freiere und reichere Entwick-lung der Melodie gehindert oder eben nur auf Kosten des Zu-sammenklangs erreicht wird. Wir hätten dazu eine Stimme, ambesten die erste Klarinette, absondern müssen; aber dann wärennur drei Instrumente- und zwar verschiedenartige, eine Klarinetteund zwei Fagotte zur Begleitungsmasse übrig geblieben.

Diese einfache Bemerkung zeichnet den Fortschritt vor,den wir zunächst zu thun haben: w r ir müssen ausser unsern vierInstrumenten ein fünftes (oder vielmehr erstes) für freie Melodie-führung haben. Wie wichtig demungeachtet der Beginn mit denzwei Instrumentpaaren war, wird sich immer mehr zeigen. Da wirnoch keine andern Instrumente für die der Melodieführung günstigste