Druckschrift 
4 (1851)
Entstehung
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126
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Schon in Hinsicht auf das Tonische, auf Melodie und Har-monie, erscheint diese Wahl, wenn es einmal methodisch rath-sam ist, mit der geringsten zureichenden Instrumentzahl*) anzufan-gen, gerechtfertigt, da diese zweimal zwei Instrumente dieMöglichkeit vierstimmigen Satzes darbieten, da durch sie Tiefe undHöhe besetzt wird und ihr Tonsystem besser in einander greift (Kla-rinette und Fagott haben mehr als 10 gemeinsame Tonslufen) alsdas höher und tiefer liegender Instrumente, z. ß. der Fagotte (odergar Kontrafagotte) und Flöten. Auch das schadet nicht, dass dieSchallkraft der Klarinette der des Fagotts im Allgemeinen über-legen ist; denn die Klarinette lässt bis auf ihre höchsten Regioneneinen bedeutenden Grad von Mässigung zu und in den meisten Fäl-len, namentlich im homophonen Satze, kann ein nur nicht über-mässiges Vordringen der Oberstimme günstig wirken.

In Hinsicht des Klanges nähern beide Instrumentarien (S. 115)sich einander mehr als Fagott und Oboe oder Flöte. Beide haben wei-chen, luftvollen, runden Klang; wenn die Klarinette in der Höhegellender und üppig wird, so nehmen die hohen Töne des Fagottsdringendem, gepressten in ihrer Art also auch leidenschaftlichereindringenden Karakter an.

Unsre Uebung nun, an die sich die weitern Betrachtungen hän-gen, beschränkt sich auf leichte, höchst einfache Sätze, gleichsamblosse Federproben, bei denen es uns durchaus nicht auf gei-stigen oder künstlerischen Gehalt ankommen darf, sondern schlechter-dings nur darauf,

dass wir bei ihnen Klang und Wesen der Instrumente vorder Seele haben und aus ihnen heraus setzen.

Wir müssen den Instrumenten zu Willen sein, ihnen dienen, damitsie später auch uns willig und förderlich werden.

Bei zweimal zwei verwandten Instrumenten tritt kein einzel-nes mit Entschiedenheit hervor. Die Oberstimme (erste Klarinette)liesse sich als Hauptstimme mit Auszeichnung behandeln; aber dannblieben drei, und zwar unter einander ungleiche Instrumente zurBegleitung übrig, von denen das oberste (die zweite Klarinette) ehergeneigt wäre, mit der Hauptstimme, als mit den Unterstimmen zuverschmelzen. Diese Betrachtung weiset auf den Standpunkt, auf densich die ersten Uebungssätze beschränken müssen. Es können nur

A. einfache Sätze mit verschmolznen Stimmen

werden.

*) Bei Trompeten und Hörnern konnten wir schon mit zwei Instrumentenaufaugen, weil der Klang und die Schallkraft dieser Instrumente in sich mäch-tiger und darum befriedigender ist und bei ihnen ohnehin nicht auf vollständigeHarmoniedarstellung, sondern nur auf Naturbarmonie (Th. I. S. 55) ausgegan-gen wird.