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4 (1851)
Entstehung
Seite
114
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säule ab. In ersterer Beziehung haben wir bereits den Unterschiedaufgefasst:

1. der FJölen, die durch unmittelbaren Anhauch des Bläsers zumErschallen gebracht werden,

2. der Serpents und Ophiklei'den, die zur Auffassung des An-hauchs ein kesselartiges Mundstück (gleich den Posaunen) haben,

3. der Klarinetten, in deren Mundstück ein durch den Anhauchin Schwingung gerathendes Blatt befindlich ist,

4. der Fagotte und Oboen, deren Mundstück aus zwei auf ein-ander liegenden Blättern gebildet wird.

Man kann schon im Voraus entnehmen, dass sich hiernach der Karak-ter der Instrumente scheidet, dass von den Serpents und Ophi-kleiden für diesmal abgesehn die Klarinetten (als Instrumentemit einem einzigen Blatt) den Flöten näher stehn, als die Oboen.Die Fagotte müssten den Flöten eben so fern stehn, als die Oboen;bei ihnen aber wird der Einfluss des Mundstücks durch die über-wiegende Masse der Luftsäule gemildert, überdem aber der Ver-gleichspunkt und das Gefühl des Unterschieds ferner gerückt durchdie grosse Verschiedenheit der Tonregion zwischen den Fagotten,die Bassinstrumente und den Flöten u. s. w., die Diskantinstru-menle sind.

So stehn uns also schon bei flüchtigem Ueberblick vier Artenvon Rohrinstrumenten gegenüber, deren jede von den andern karak-leristisch verschieden, jede aber mit einer der andern Klassen über-einstimmender, näher verwandt ist, als mit einer andern. OhneWeiteres ist hier einleuchtend:

dass die gleichen Instrumente am vollkommen-sten verschmelzen, die einander en tferntes tenam wenigsten, die einander ähnlichen oder ver-wandten besser als die entgegengesetzten;eine Beobachtung, die, so nahe sie zu liegen scheint, doch oftgenug selbst von wackern Musikern zum Nachtheil ihrer Werke ausdem Auge verloren worden.

Der Komponist nun bedarf und hier fassen wir die Ver-wendung für abgesonderte und Massenwirkung in das Auge bei-der Formen; er muss die innigste Verschmelzung, er muss einemehr oder weniger scharfe Scheidung oder Individualisirung derStimmen in seiner Gewalt haben. Damit die erslere nicht gar zusehr beeinträchtigt werde, ist als

dritter Grundsatz

auszusprechen: dass jede Klasse der Rohrinstrumente doppelt besetztwerde, man also zwei Flöten, zwei Klarinetten u. s. w. zurgleichartigsten Verschmelzung bereit habe. Dass hiervon vielerlei Aus-