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Brunos Buch vom Sächsischen Kriege
Entstehung
Seite
161
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Heinrich nach Italien. Neue KLnigswahl. 161

lungen beschlossen alle einmülhig, den Heriman zum Könige zuwählen'.

131. Als aber die Sachsen froh und ruhmreich heimgekehrtwaren, und keinen Zweifel mehr hatten, daß dieser als König aner-kannt werden würde, da hatten die Fürsten der Gegenpartei ihreralten Künste nicht vergessen, und weil sie vor dem erwählten Königegroße Furcht hatten, suchten sie auf alle Weise eine Störung her-vorzurufen, damit die Wahl nicht zu Stande käme^. Sie ludenalso den Herzog Otto zu einer besonderen Besprechung ein, undbrachten ihn durch viele Verheißungen dahin, daß er in seinerWahl wankend wurde; doch konnten sie nicht erlangen, daß erihnen eine bestimmte Zusage gab. Während er so schwankte, undeine große Menge sich seinem Schwanken anschloß, Verging derganze Sommer, und fast ganz Sachsen war durch seine Unbestän-digkeit erschüttert worden. Im Monat November aber wurde erwiederum von jenen zur Besprechung eingeladen, und neigte sichschon ganz auf die Seite unserer Feinde, als durch die gnädigeBarmherzigkeit Gottes, damit er nicht das Verdienst so vieler fürdas Vaterland erduldeter Mühen in seinen letzten Tagen verlöre,das Roß, welches er ritt, auf der ebenen Erde hinstürzte, undseinem Reiter das eine Bein so schwer verletzte, daß er fast einenganzen Monat sich mußte tragen lassen. So kam erden», berührtvon der göttlichen Gnade, wieder zu sich, und erkannte daß ergesündigt habe und durch Gottes Barmherzigkeit gezüchtigt sei.

1) Weil die mächtigeren Fürsten sich einander die Krone nicht gönnten. Heriman, Ahn-herr der Grafen von Salm, Sohn des Grafen Gisilbert von Lurenbnrg, war ein tapfererRitter und vermögender Mann, aber dieser Aufgabe nicht im mindesten gewachsen.

2) Oder:damit die Wahl nicht vollendet würde." Denn ihren Schluß und ihre Voll-endung erhielt die Wahl erst durch die Krönung. Es bezeichnet aber das WortWahl"(oleaüo) auch im Gegensatz zn der vorläufigen Uebercinlunft der Fürsten die mit der Hul-digung verbundene feierliche Wahl und Zustimmung des ganzen Volks, entweder in einergroßen Versammlung, wie bei Otto I, oder einzeln auf den Landtagen der Hauptreiche.So war auch Hermanns Wahl zu Ochseufurt noch keineswegeS ausreichend zum vollen Be»sth der königlichen Würde, und was hier Wahl genannt wird, ist Wohl nichts anderes alsdie unten erwähnte Krönung zu GoSlar, welche mit der allgemeinen Wahl und Huldigungder Sachsen zusammen fiel. Vergl. oben S. 107110 und Widukind am Anfang des zwei-ten Buchs der Sächsischen Geschichten.

Geschichtschr. d. deutschen Vorz. XI. Jahrh. 6. Bd.

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