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1 (1838) Manessische Sammlung aus der Pariser Urschrift, nach G. W. Haßmanns Vergleichung
Entstehung
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XLII
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XI.II

ließ überhaupt die unbefangene Aufnahme solcher fremden Gebilde um so leichter geschehen,unbeschadet der Eigenthümlichkeit, welche sich in der lebendigen Aneignung (nicht, künstlichenUebersetzung) so kräftig erwies. Und die Altdeutschen vor allen bewährten, daß der Grundvon dieser großen Entwickelung und Erscheinung ursprünglich Lei ihnen lag, oder tiefer gelegtwurde (in Betreff des Christlichen), auch dadurch, daß sie die Romanischen poetischen Vorbil-der nicht so wohl überboten, als von selber weit übertrafen, und daneben noch ihr köstlichstesEigenthum in der angestammten, noch herrlicher emporblühenden Volks- und Heldendichtungbesaßen. Dieses Verhältnis liegt gegenwärtig nicht allein hinsichts der erzählenden Rittergedichte,sondern auch bei den Minneliedern, des Grafen von Neuenburg wenigstens, zu Lage, durchdie hier zur Vergleichung gestellten Pro venzalgedichte: so wie das umgekehrte Verhältnisdurch die Böhmische Uebertragung des schönen Minneliedes König Wenzelssich darstellt.

Eins der merkwürdigsten und vollständigsten Gemälde des gesummten, höflichen, sitt-lichen, minniglichen und abenteuerlichen Ritterlebens jener Zeit, mit Einflechtung manigfaltk-ger Minnegedichte und phantastischer Erneuung der alten Ritterdichtung, gewährt Ulrichvon Lichtenstein, in seinem Frauendienst und Frauenbuch, und ist deshalb umständ-lich eingeführt, als ein fester nach allen Richtungen wirkender Mittelpunkt des gesammten gro-ßen Kreises. Es ist dabei auch in den Nebenzügen geschichtlich erläutert, aus dem reichen Ur-kundenschatze jener Zeit und Gegend; welcher noch reichhaltiger für die Stammgeschichtevon Lichtensteins eigenem, annoch fürstlich blühenden Geschlecht ist ausgebeutet worden.

Ueberhaupt ist, bei der vorwiegenden Zahl der edlen und ritterlichen Singer, diese Quelle,die in allen Gauen des Deutschen Vaterlandes so reichlich sich aufthut, stark in Anspruch ge-nommen; und obgleich manchesmal ein vergeblicher Gang gemacht, oder, bei ähnlichen Namen, eine// irrige Spur verfolgt worden (z. B. bei Seven), so habe ich glücklicherweise die meisten die-ser Dichter urkundlich, und damit mehr oder minder in ihren geschichtlichen Lebensverhält-nissen, wieder gesunden; ich nenne hier in dieser Hinsicht nur folgende: Neuenburg-Fenis(Rudolf II. S. 280), Hohenburg, Nifen, Rotenburg, Eist (nicht Ast. S. 473),Gliers, Zeusen, Limburg, Wintersteten, Hohenfels, Rinach,Lüenz, Husen,Rietenburg-Regensburg, Sevelingen, Schwangau, Singenberg, Sachsen-dorf, Seven (S. 487), Heinzenburg (Zusätze), Rubin, Johannsdorf (Zu-sätze), Adelnburg (S. 490), Steinach, Brennenberg, Rinkenberg, Ra-prechtswyl, Wildonie, Sunegge, Scharfenberg, Werbenwag, Starkenberg,Stadegge, Augheim, Hardegge, Wissenlo, Wengen, Pfeffel, Laler, Schrei-ber, Steinmar, Hawart, Friedrich, Gast, Lettingen; sogar der Schulmeistervon Eßlingen und Süßkind der Jude vom Trimberg treten in Urkunden auf.