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1 (1838) Manessische Sammlung aus der Pariser Urschrift, nach G. W. Haßmanns Vergleichung
Entstehung
Seite
XL
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XI.

Sterne bezeichnten Liederanfänge, sind hier zusammengcstellt, und daneben die einzelen Leichsätze,weil man so desto eher das ganze Gedicht auffinden wird. Ein solches Reimwörterbuch mußte schonwegen der in einerund derselben alten Sammlung, besonders der Manessischen, nicht seltenenWiederholungen, so wie zur Ausgleichung der verschiedenen alten Handschriften, welche häufig nureinzele Strophen gemein haben, so ausgeführt werden, und giebt zugleich bei etwa vorkommen-den neuen Entdeckungen in diesem Gebiete den Ausweis, ob das Gefundene schon anderweitbekannt ist. Dabei war aber das Verzeichnis nach den Reimwörtern dem nach den Anfangs-wörtern der Reimzeilen vorzuziehen, weil jene sich überall weniger verändern, als diese, ihrerGebundenheit und ihres Klanges wegen, wodurch sie sich eben auch länger im Gedächtniserhalten.

Der Abdruck der alten Gedichte selbst, so wie aller in der alten Sprache mitge-theilten Stellen und Wörter, bietet sich hier in der auszeichnenden alterthümlichen Druck-schrift, welche der vaterländische Sinn des Verlegers, der sich überhaupt in der ganzenumfassenden Unternehmung so reichlich bethätigt, durch die langbewährte Lauchnitzische Schrift-gießerei veranstaltete, und welche nun in Deutschland zum erstenmal so angewandt erscheint.Es ist die von jeher und noch in den Niederlanden zu Bibeln, Gesangbüchern und Volks-büchern aller Art gebräuchliche heimische Schrift, wie sie, den übrigen kunstreichen Zieraten,zunächst der Altdeutschen Baukunst, gemäß, aus den Handschriften hervorgegangen ist, und eigensauch für die Minnesinger in der Leipziger Handschrift vorgebildet steht.

7. Geschichte der Dichter und ihrer Werke.

Fast der ganze letzte Band enthält die Lebensbeschreibungen der Dichter,welche in Ermangelung älterer Lebensbeschreibungen, dergleichen den Provenzaldichtern zu Lheilwurden, meistens erst aus anderweitigen Quellen, wie aus den Gedichten selbst, hervorzuarbei-ten waren, und worin ich alles, was die Geschichte ihres Lebens und ihrer Werke berührt,ausführlich abgehandelt habe, mit Berücksichtigung der Vorarbeiten. Da hier, von Kaisernund Königen bis zu ritterlich abenteuerlichen Stegreifsdichtern und fahrenden Singern herabein Chor von beinahe zweihundert Sängern auftritt, so eröffnete sich nach allen Gegenden einweites Feld der Forschung. Die Mehrzahl der Namen gehört fürstlichen und edlen Geschlech-tern an, und die ersten, der Geschichte wohlbekannten, jedoch zum Lheil, wegen Wiederkehrgleicher Laufnamen, noch erst auszumittelnden Dichter boten in den Hauptzügen ihres öffent-lichen Lebens einen willkommenen Hintergrund des großen lebensreichen Bildes jener Dichterzeitdar. Dabei kam es aber noch darauf an, aus der Geschichte oder Sage solche persönlicheZüge aufzusinden und hervorzustellen, welche in näherer Verbindung mit den vorliegenden Min-neliedern dieser hohen Herren stehen. Wenn solches zwar nicht überall gelingt, z. B. gleichbei Kaiser Heinrich VI nicht, und gar die Geschichte zu widersprechen scheint, so istdarum nicht etwa anzunehmen, daß die Minnelieder in ihrem Namen von ihren Hofdichtern