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musik in diesen weltlichen, nicht bloß Hof-, sondern auch Stadt- und Landgedichten wirdnicht befremden, weil jene eben die früher gebildete Musik ist, und sich ihrerseits auch genugsaman weltlichen, zwar Lateinischen Liedern versucht hat, so wie anderseits ein großer Lheil der Minne-lieder geistlicher Art ist: ein Verkehr, welchen wir schon hier (Nachlese II) an geistlichen Um-dichtungen weltlicher Lieder bemerken, ja noch zur Reformationszeit an den häufigen Kirchenliedernin Volksweisen, und umgekehrt, sich wiederholen sehen.
6. Anwendung auf gegenwärtige Ausgabe, und weitere Einrichtungderselben.
Nach diesen Ueberzeugungen und Grundsätzen habe ich überall den Bau der Gedichteerst festzustellen und darauf an den Gedichten selber herzustellen gesucht, mit allen zu Gebotestehenden Mitteln. Wo nur einzele Strophen und einzige Handschriften Vorlagen, bleibt freilichüberhaupt manche Unsicherheit; aber auch bei mehreren Handschriften habe ich vornämlich immernur eine, und versteht sich, die älteste und beste, so viel als möglich, zum Grunde gelegt, unddie übrigen nur zu Hülfe gerufen. Wo diese Quellen nicht ausreichtcn, habe ich größereAuslassung durch Punkte, nach der erforderlichen Sylbenzahl, angedeutet. Kleinere für denSinn und Bau nöthige Ergänzungen habe ich mit runden Klammern gleich eingerückt. Wodagegen Ueberflüssiges sich hervordrängte, ist es nur durch eckige Klammern hinausgewiesen.
Alle sonst nothwendigen Aenderungen sind in den Lesarten gewissenhaft angezeigt,bis auf die durchgängige Aenderung der abweichenden unrichtigen oder örtlichen Schreibung;welche jedoch bei den wichtigsten einzelen Handschriften im Allgemeinen zufammengefaßt undangegeben ist (für die Manessische S. 824). Bei diesen Lesarten sind, der Kürze wegen,dieselben Zei-chen gebraucht, nur mit dem Unterschiede, daß die eckigen Klammern hier das in den UrkundenFehlende bezeichnen; ebenso, bei den nachträglichen Lesarten in den Lebensbeschreibungen der Dich-ter, wo sie übrigens, bei den angeführten alten Stellen, auch das Auszuwerfcnde andeuten.
Die Druckfehler, welche die Vergleichung der neueren Drucke mit den Handschriften(vornämlich der Manessischen und Jenaer) ergab, durften nicht unter die Lesarten gemengt,aber auch nicht übergangen werden, damit man sie dort nicht als Lesarten vermisse, oder sie et-wa ferner noch als Lesarten anführe.
Zu den Lesarten mußte zugleich bei jedem einzelenDichter und Gedichte nachgewiesenwerden, wo und wieviel davon in den vorhandenen und hier verglichenen Handschriften undalten Drucken vorkömmt. Ueber die einzelen, manchmal veränderten Töne (Strophenarten) istdabei das Gehörige zusammengestellt; und auch sonst sind nöthige Erläuterungen beigebracht.Gelegentlich habe ich ebendaselbst noch manches nachgetragen und berichtigt.
Das Reimwörterbuch ist nicht sowohl der Reime wegen angelegt (obgleich es auchfür diese dienen kann), als zum Nachschlagen der mehr als 10,000 in der ganzen Sammlungenthaltenen Strophen. Alle diese Strophenanfänge aber, und nicht bloß die einzelen, durch