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1 (1838) Manessische Sammlung aus der Pariser Urschrift, nach G. W. Haßmanns Vergleichung
Entstehung
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der alten Heldenlieder und anderer erzählenden Gedichte (meist in gepaarten Reimen), gleichwie der Minnelieder, finden sich in den letzten auch häufig nicht nur trochäische Werfe undFüße und deren manigfaltige Verbindung mit den jambischen, in einer und derselben Strophe,ja Zeile, sondern auch allerlei andere hüpfende und springende (daktylische, anapästische)Füße, im Wechsel mit jenen zweisylbigen Füßen: entsprechend dem antiken Grundmaaße (—— " ^), nur mit dem Unterschiede, daß hier nicht der gemäße Zweivierteltakt, sondernDreiachteltakt gehört wird. Diese manigfaltigen Versfüße werden in eben so manigfaltigerUnzahl verbunden, von zwei bis zehen, eilf (Bd. II, 183. III, 105. 258) innerhalb ge-theilt durch Einschnitte, welche mit Anklängen und Reimen wechseln, oder durch noch andereJnreime (hier nicht in Beziehung auf das einzelne Wort, sondern auf die Reimzeile, so ge-nannt) gesondert, bis zu Wort für Wort gereimten Gedichten (z. B. Meister Konrads).

Diese so manigfaltig gegliederten Reimzeilen werden ferner in eben so manigfaltigerZahl, von vier bis gegen sechzig (bei den Meistersängern über hundert) verbunden. Dazukömmt der Wechsel und die Verschlingung der Reime, und ihre Wiederholung, welche von zweibis zwanzig (bei Kanzler) steigt. Aus solchen Verbindungen entsteht eine zahllose Mengeverschiedener Strophen, welche die Minnesinger Löne nennen und schon nach allen Haupt-verhältnissen durchgespielt, die Meistersängcr noch weiter ausgeführt und ihnen allerlei wunder-liche, theils handwerksmäßige, meist abgeschmackte Namen gegeben haben.

Bei dem Baue all dieser Strophen waltet aber das allgemeine, in der Natur und Kunst,und auch im Sprachbau begründete Gesetz der Dreitheiligkeit, d. i. Entzweiung (Zweigung)in Satz und Gegensatz, und Vereinigung im Schlußsätze; was die Meistersänger, entsprechendder antiken Strophe, Antistrophe und Epode, Stollen und Gegenstollen nennen, im Bildeeines Gestelles oder Gezimmers, welches der Abgesang verbindet und deckt; auf ähnliche Weife,wie bei einem Räthsel des Wartburger Gesangstreites (Str. 35. 36.) das Bild vom Decken einesZimmers durchgeführt wird. Der Abgesang, dem gegenüber die beiden Stollen Aufgefangheißen können, wiederholt manchmal Theile der völlig gleichen Stollen oder einen ganzenStollen, jedoch meist mit eigenem Zusatz, ohne welchen das ganze Lied (im alten Sinne fürStrophe; Gesätz bei den Meistersängern) in drei gleiche Stücke zerfallen würde. Dieseganze Gliederung spiegelt und bestätigt sich in der begleitenden Sangweise, deren Lheilesich ebenso wiederholen, und eigene neue Sätze haben, wie Stollen und Abgesang, und durchwelche auch einzele kleine Ungleichheiten der Stollen ausgeglichen wurden (Bd. !!I, 99. 100.101. 104^-5). Hiedurch bewährt sich, daß dieselbe Abtheilung auch bei den übrigen Lie-dern statt findet, zu denen keine Sangweifen vorhanden sind, und deren Reimzeilen meist ohne-das^chon diese Abteilung ausdrücken oder sich ihr doch leicht fügen: daher ist hier ihre Bezeichnungmit großen Anfangsbuchstaben durchgeführt, nach Vorgänge der Handschriften, hie und daselbst der Manessischen, wie der Heidelberger (350), Leipziger, Möserschen und Weimarer,