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1 (1838) Manessische Sammlung aus der Pariser Urschrift, nach G. W. Haßmanns Vergleichung
Entstehung
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ftieds Werse durch solchen häufigen Vorschlag, und überhaupt der erwähnten Eigenheit derHochdeutschen Sprache gemäß, einen vorherrschend jambischen Schritt: dagegen das Siegesliedder Franken, zugleich mit mehr volksmäßigem Anklange an Allitterationslieder, noch mehrDurchbruch des zweisylbigen Reimes zeigt.

In solchem Uebergange ward dann die Betonung mit Zunahme der ein- und zweisylbi-gen Wörter (durch Abschwächung und Kürzung der Endungen und Vorsylben) immer schärferbestimmt. Der Reim trat (mit obigen Ausnahmen) immer allgemeiner in voller Urkraft ander Wurzel und bedeutendsten Sylbe hervor; er ward auch entschieden zweisylbig (weib-lich, klingend), mit dem Hauptton auf der ersten langen Sylbe (Kunde: üegunde), unddie zweisylbig kurzen Wörter galten nur als männliche Reime, und dreisylbige kurze Wörterreimen nur männlich (das obige lägen«: klugen«, der Nibelungen wird in der Klage zutägene: Klägern:). Desgleichen, die Participe (lügende: Mögende), die nun nicht mehrbloß die Endung reimen (wie noch einmal in der Klage luvcljunde: ltunde; und deren alteVolltönigkeit noch jetzt in Heiland, Voll and, Weigand erklingt): die Position, welcheden zweisylbigen Reim unterstützt, hat hier keine Wirkung mehr, so wenig als bei den Wör-tern tilgende, fügende, die ursprünglich kein u haben (tngida, jugida), und sich erst spä-ter mit mugeude in Reime gesetzt haben, auch zweisylbig jugeut, tugcnt nur männlich rei-men, mit mugent. Hingegen fehlt es nicht an wirklich dreisilbigen (bei den Meistersän-gern, über klingenden) Reimen mit langer Stammsylbe (Klingende: lingende; klei-nere: meinete). Noch stärker dreisylbig sind die mit solchen, und mit weiblichen Reimen wech-selnden Einschnitte, die, aus zwei Wörtern bestehend, oft mit einem überwiegenden einsylbigenWorte schließen ( lieben lun, guotiu roK). Reime dieser letzten Art (wie Goethe's Werde-Lust: Erde-Brust) finde ich noch nicht. Aehnlich nur ist die Freiheit jener dreisylbigen Reimegelandete: ougete. Sonst war der volle reinstimmige Zusammenklang damals allgemeinesStreben, und im hohen, seitdem stäts gesunkenen Maaße erreicht, welches erst jüngst einigenDichtern (vornämlich Platen und Rückert) wieder vorgeschwebt hat. Nur bei einigen älterenMinnesingern wird das auslautende n nicht beachtet (lin: bi). Daneben erscheint gleichwohlder bloße Anklang der Selblaute (Assonanz), nicht bloß als unvollkommener Reim (wieoben bei Otfried, und noch mehr, mit regelloser Länge der Reimzeilen, in manchen GedichtenderUebergangszeit, bis Veldeke, (Leben S. 76.400), bei einigen der ältern Minnesinger(Kürnberg)desgleichen im freien Gebrauch neben wirklichen Reimliedern (Eist — Ast), sondern auch alskünstliches Band sämmtlicher Strophen eines Liedes an gleicher Stelle desselben (bei Frauen-berg, S. 108 und Rudolf), wie sonst auch der volle Reim austritt, und in Verbindungmit dem Kehrreime, (bei Steimar).

Wie der Reim, so ward auch der regelmäßige Tonfall der Reimzeile immerdeutlicher und absichtlicher unterschieden, und neben dem vorherrschenden jambischen Gange