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1 (1838) Manessische Sammlung aus der Pariser Urschrift, nach G. W. Haßmanns Vergleichung
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besonders aber der Jenaer Handschrift, welche zugleich die Sangweisen, und die Worte deutlich soabtheilt, wie die Handschriften und Drucke der Meistergesänge durch ähnliche Bezeichnung thun.Wir haben hier also eine später bei uns mit dem großen Strophenbau fast ganz verschwundeneForm, welche dagegen die Italiener in ihren Canzonen wie im Sonett (nur vereinzelt) nochbewahren, und wir neuerlich erst wieder ihnen nachgebildet haben. Die Italiener aber habendieselbe aus der Provenzalischen Poesie, wo sie, wie in der Nordfranzösischen, durchgängig inderselben Gestalt erscheint, wie bei unseren Minne- und Meistersängern. Die letzten beidehaben mit jenen Romanischen Dichtern auch die weitere Durchführung dieser Dreitheiligkeitgemein, indem ein Lied (wie damals auch schon ein ganzes, besonders strophisches Gedicht heißt;Bar bei den Meistersängern) gewöhnlich nur aus drei Strophen besteht, demnächst ausfünf (welche beiden die Meistersänger ged ritte oder gefünfte Bar benennen), seltener sieben,neun und anderen, jedoch meist ungeraden Zahlen, in welchen sich die Dreitheiligkeit nur weiterzerspaltet. So hat Meister Konrad fast lauter gedritte Lieder, Nifen und Wintersteten fasteben so viel gefünfte, als gedritte, Lichtenstein meist gefünfte und gesiebente. Manchmal ver-vollständigen sich diese Zahlen durch Vergleichung der Handschriften, und die Manessische läßthäufig gerade so viel Raum für das Fehlende, welches hier im Abdrucke durch einen Stern *bezeichnet ist. Die Fünfzahl, in welcher sich die Dreiheit zunächst und zumeist spaltet, stimmtzu den schon erwähnten Liedern, deren jede Strophe einen der fünf Selblaute durchreimt; sowie Singenberg schon fünf Strophen eines Liedes aufzählt. Als Zerspaltung der Dreiheitstellt sie sich deutlich in einem Liede Lichtenfteins (XXXIII) dar, welches die erste und dritte,so wie die zweite und vierte, Strophe auf einander reimt (getan : tragen), und in derfünften Strophe die Stollen aus den Reimen der ersten Reihe bildet und den Abgesang mitder zweiten Reihe reimt. Ebenso ist ein Lied (VII) Nisens gestaltet; ihm fehlt nur die fünfteStrophe, um so gewisser, als ein großer Lheil der Romanischen Lieder auf ähnliche Weise ge-baut ist*). Sonst werden die einzelcn Strophen eines Liedes durch gemeinsamen Reim oder

*) Namentlich die von Ravaliöre herausgegebcnen Lieder des Königs Thibaud von Navarra, derenSangweiftn, zunächst denen cher Jenaer Handschrift ähnlich, auch dieselbe Dreitheiligkeit der Stropheausdrücken: in einem (V) dieser Lieder wechseln eben so, wie bei Lichtenstein, die Reime der fünf

Strophen; meist reimt sonst Str. 1 mit 2, und 3 mit 4, und Str. 5 beschließt selbständigund bindet sich mit dem fast überall angehängten Geleite (renvoi). Einmal (XI,VIII) vertritt dies Geleitdie 5te Str. Wo dagegen noch eine 6te Str. auf die 5te reimt, tritt die Dreizahl in drei Paaren auf(XI,III—VII. XI,IX—1,111), wobei das Geleit auch den dritten Theil den beiden ersten ungleich macht(nach Art des Abgesanges). Nur Ein Lied (XDI) reimt jede der 5 Str. für sich. Mehrere (IX. XV—VII)reimen alle 5 Str. auf einander, und zugleich jede in sich. — Dies alles findet sich früher ebenso bei denProvenzalen: vorherrschend sind hier die durch alle Strophen gehenden Reime, während die einzelen Stro-phen manchmal zum Theil oder gar nicht in sich reimen (nach Art der Sestine); häufig reimen aber auch

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