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ten Töne, vom Eigennamen bis zum tonlosen Verstummen der Endungen, — wozu noch diewechselnde Bestimmung und Geltung dieser Töne durch die Stellung neben einander (wie Zu-sammensetzung) kömmt, — dies alles gibt eine dem alten Wechsel der Längen und Kürzenentsprechende Bewegung, vertritt dieselben und ihr Mißverhältnis durch Stärke und Schwächedes Tons, durch Aufschlag und Niederschlag (musikalisch, gute und schlechte Lakttheile). Cswäre demnach nur in solcher völligen Verwandlung eine Nachwirkung des einst auch im Deut-schen waltenden Zeitmaaßes, und ist in der Verwendung für antike Metra, für welche beson-ders neuere Metriker, Voß, Wolf, Gotthold u. a. weiter geforscht und vermittelt haben,wirklich etwas ganz anderes, als in der angestammten Verbindung mit dem Reime. DerReim nämlich, zumal der Aus- und Endreim, tritt hier auf als die Blüte, als die höchsteSteigerung und das Ziel, zu welchem das Steigen und Sinken der ganzen Lonreihe hineilt,und sich im bedeutendsten Wort und vollem Zusammenklange befriedigt, in derselben Zeile, oderindem er ankündigend und aufrufend nahe und weit entfernte Zeilen verbindet, und so über-haupt durch die manigfaltigsten Wechsel und Verschlingungen vor allen den Bau der Stanzeund Strophe bestimmt.
Von jeher waltet in der Deutschen Sprache dieses Gesetz der Tonbestimmung durch dieBedeutung, welches in ihrem gestimmten Bau so tief begründet ist. In den ältesten Reimge-dichten, namentlich Otfrieds, tritt der einsylbige Reim schon in seiner vollen Kraft hervor(Kind: lind), selbst mit reichen Reimen (in: in ihn, ihnen, ist: u'tkt); und auch bei mehr-sylbigen Reimwörtern ist ein Bestreben sichtbar zur Verstärkung der Reimsylbe durch Allite-ration (kcälbon: uuorbon; gimidon: goleleidon; Hubeln: blügota), dann noch durch denanstoßenden Mitlaut (uljlu: rekjtu*); korlmi: Mortui,), ferner durch Anklang des Selb-lautes der vorderen betonten Sylben (blkbe: ki'ue; kugeln: ludotn), bis zum weiteren völli-gen Zusammenklange (stt'ndo: lmdo; züatun: morolm,; kugeln: logita; lobetn: Nebeln),auch in reichen Reimen (richi: kmiingrichi): also gleichsam ein Zurückschieben des Reimes,und Vorbereitung zum wirklich mehrsplbigen Reime.
Noch freier wirkt dieses Gesetz der auf- und absteigenden Betonungen in den übrigenGliedern der Reimzeile. Die obgedachten (acuten) Tonzeichen Otfrieds bezeichnen durchgängignur die, nach der aufgestellten Abstufung von Wurzeln, Endungen, Vorsylben und Zusammen-setzungen, richtigen Haupt- und Bestimmungssylben (rödion, röMakla, gimmrti: untu-uurti, gegimmerlt, boukmunnon); eine Bezeichnung, welche zumal bei den häufig mehr-silbigen Wörtern nöthig war, und bei einsilbigen Wörtern, außer dem Reime, besonders nurzu Anfänge der Zeile steht, wenn sie damit, ohne Auftakt, einschreitet. Sonst erhalten Ot-
*) Meist wechseln hier nur die Liquiden (und das damit verwandte Nasal - n : thingon: mcin-non), wie im Auslaute: lindem: kram.