Die Möser schm Bruchstücke, welche ich schon im Jahre 1808 von Biester empfing,sind zugleich in Niederdeutsche Mundart umgeschrieben.
Die Leipziger Handschrift der Rathsbibliothek, welche vier Abtheilungen solcherAuslesen enthält, kannte ich früher (1811) nur aus einer Gottschedischen Abschrift; ich erhieltdann (1826) aber auch die Urschrift vom Bibliothekar vr. Blümner, durch Vermittelungdes Verlegers dieses Werkes. Sie ist noch bestimmter in die Niederrheinische Mundartumgeschrieben, bei einer Chronik dieser Gegend.
Das ursprüngliche Hochdeutsch bewahrt hingegen die Berner Handschrift, in welcherich (1817) solche Auszüge fand.
Ebenso verhalten sich, nur mit dem Unterschied einer jüngeren, der Druckerei nahenAbschrift, die Auszüge einer bisher fast noch unbekannten Weimarer Handschrift, früherI. G. Schöbers, die mir ebenfalls Goethe anvertraute (1827), und worin sich, außer man-cherlei Gemeinsamen mit den Möserschen Auszügen, auch hauptsächlich noch FrauenlobsLieder und Leiche fanden, wie zum Theil in der Wiener Handschrift.
Won Frauenlob vor allen, demnächst von Regenbogen, Konrad von Würz-burg, Marner und Reimar von Zweier, sind auch Lieder in die älteren Meisterge-sangbücher übergegangen, so wie darin ihre Töne, zwar mit mancherlei Abweichungen,nachgesungen sind, zum Theil in ihrem Namen.
Bon der großen Kolmarischen Handschrift, mit Sangweisen, konnte ich nicht mehrbenutzen, als Gräter (1792), und ich selber aus des Kolmarischen Rectors Billing Abschrift,nach Oberlins Mittheilung, herausgegeben hatte (1811), weil sie bisher, trotz wiederholterNachforschungen zu Kolmar nicht wieder aufzuspüren war.
Aus einer ähnlichen Münchner Handschrift, welche Docen ausführlich bekannt ge-macht hat (1807: 10), hat mir Professor Maßmann daselbst noch die übrigen in dieserHinsicht erheblichen Stücke mitgetheilt.
Mehr bloß in den Tönen jener Meister, jedoch noch von älteren Nachdichternverfaßte Lieder sind der Inhalt einiger Heidelberger Sammlungen (Nr. 392. 109. 680),welche ich ebenfalls, wie alle übrigen aus dem Vatikan erlösten Handschriften, durch Vermit-telung des hohen Ministern Hieselbst gehabt habe.
Aehnliche Liedersammlungen der späteren Meistersänger ließ mich der verstorbeneHegel, damals (1816) zu Nürnberg, einsehen; in Breslau hatte ich von Büschingdie vormals dem Professor Rüdiger in Halle, jetzo der Breslauer Universitätsbibliothek ge-hörigen Handschriften; eine andere sandte mir der verstorbene Ebert aus Dresden (1826);und die hiesige Königliche Bibliothek gewährte mir vier auch aus Nürnberg stammende Bände(einen mit Sang weisen), welche früher Achim von Arnim besaß; zu welchen nunmehrnoch einige Handschriften mit der von Naglerschen Sammlung gekommen sind.