Da es mein Vorsah war, gegenwärtiges Merknicht über vier Bücher anwachsim zu lassen, so will ichdieß kleine und lehte Buch mit einer Beschreitung derPerson unsers Friedrichs schließen.
Friedrich ist ein schöner Mann, nicht von den groß,ten, aber doch über die Mittelstatur erhaben. Ecträgt gelbes Haar, das auf der Stirne etwas gekräuseltist. Die Locken bedecken nicht völlig das Ohr, denn esist Sitte, daß sie sowohl als der Backenbart geschorenwerden. Seine Augen sind scharf und durchdringend,der Bart röthlich, die Lippen fein, und der Mund nied-lich abgerundet. Aus diesen Gesichtezügen spricht seinheiterer, aufgeweckter Geist. Die Zähne stehen in ei-ner schönen Ordnung und glänzen vor Weiße. Dieweiße Haut seines mehr nervigken als fetten Halses istmit einer Röthe untermischt. Die Schultern ragenein wenig hervor, die Hüften sind nett und stark; Len-den und Waden ansehnlich dick, und voll Mannkrast:sein Tritt fest, die Aussprache deutlich, und der ganzeKörperbau männlich. Er genießt eine sehr dauerhafteGesundheit, ausgenommen, daß er bisweilen an einemeintägigen Fieber leidet. Er liebt den Krieg, in so weitdieser ein Mittel zum Frieden ist. Dem geistlichenStande schenkt er eine so ausgezeichnete Achtung, daßer hierin allen Jtaliänern zu einem Muster dient. Erbesucht die Frühmetten entweder allein, oder in einemgeringen Gefolge. In den Stunden, während wel-cher Gottesdienst gehalten wird, beobachtet er eineStille, die niemand durch irgend ein Anliegen unter-brechen darf. Nach verrichteter Andacht geht er frühmorgens an die Negierungögeschäffte. In der Jäge-rei) giebt er keinem nach, er braucht keinen Bogenspan-ner, keinen, der ihm die Pfeile austegte; er schießt, wasman haben will. Seine Tafel hält die schöne Mitkcl-siraße zwischen Kargheit und Schwelgerey. Bey denSpielen legt erhitz Majestät ab, nie schreckt einen der