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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
415
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Fürst zurück, wo er Privatmann seyn will; wo erals Richter handelt, sieht man ihn die Strenge niebis zur Blutdürstigkeit, Key Vergehungen die Unter-uchung nie bis zu einer übertriebenen Genauigkeit trei-ben. Bey freundschaftlichen Gesprächen verbannt eralle Härte, und läßt sich gerne einen guten Rath ge-fallen. Er studiert die Geschichte und die Thaten derAlten mit anhaltendem Fleiße, theilt meistentheilsmit eigener Hand den Armen Almosen aus, giebt denZehnten vo» seinem Gelde an Kirchen und Klöster.In seiner Muttersprache weiß er sich sehr gut auszu-drücken, die Lateinische aber kann er bester verstehenals reden. Seine Kleidung ist vaterländisch, nicht kost-bar, nicht üppig, aber auch nicht gemein. Im Lagersucht er mehr auf der Bahn des Mars als der VenusLorbeers zuj brechen. Sh sehr er auch um die Erwei-terung der Grenzen seines Reichs bemüht ist, so sehr ister doch auch Landesvater, der an mehrern Orten ver-schiedenes zur Verschönerung und Bequemlichkeit! an-gelegt hak. Er hat die von Carl dem Großen ange-legten Pallaste bey Nimwegen, und unweit Ingelheimin ihrer vorigen Pracht wiederhergestellt, da sie zwardauerhaft gebaut, aber durch Zeit und Vernachlässigung!in Verfall gerathen waren. Eben dieß gilt auch vorudem königlichen aus rothen Steinen erbautem Haust;bey Lautern, das er von der einen Seite mit einerMauer, von der andern mit einem Fischteich umfassenließ, und mit allen Ergötzungen für den Geschmack u.nddas Auge versah. Dicht an stößt ein Thiergarten, inwelchem Wild gehegt wird. Auch in Italien hat erdurch Ausbesserung der Palläste und Kirchen Denkmä-ler seiner Freygebigkeit gestiftet, die ihn bey der spätenNachwelt im Andenken erhalten werden. Die Königevon Spanien, Engelland, Frankreich, Dännemark,Böhmen und Ungarn, waren zwar auf seine Macht ei-fersüchtig, aber ihm dennoch so sehr zugechan, daß sie

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