In der römischen Kirche vorgefallen, mit eignen Augenhaben sehen können. Damit aber die falschen Berich-te, welche schon fast aller Orten davon ausgesprengtsind, nicht die Wahrheitwerdunkeln, oder euch bethärenmöchten, so will ich euch die ganze Geschichte kurz, auf-richtig, ohne den mindesten Zusatz der Verfälschungerzählen.
Es ist sonnenklar, daß Pabst Adrian, derCanz-ler Roland, und einige Cardinäle, weil sie den Spruch:Eure Rede sey ja, ja; nein, nein, aus derAcht ließen, mit dem vorhin excommunicierken Wilhelmvon Sicilisn und den übrigen Feinden des Reichs, denMayländern, Brescianern, Plazentinern, sich verschwo-ren hatten, nach Adrians Tode keinen zum Pabst zuwählen, der nicht zu ihrer Partey gehöre. Aus dieserUrsache verließen sie die Stadt, und erwählten zu ih-rem Abgott den Canzler Roland, da doch Victor schonzwölf Tage auf dem päbstlichen Stuhl saß.
Daß diese Verschwörung, und die Art, wie Ro-land durch sie Pabst geworden, keine Erdichtung, son-dern wirkliche Thatsache sey, ist von dem Herzenskün-digcr wunderbarer Weise einigen Geistlichen entdecktworden. Mittlerweile wir nun mit den Erzbischöffmund Bischöffen Rath pflogen, was hier wohl zu thunwäre, kamen der Erzbischoff von Tarent, die Aebte vonClairvaux, Morimund und noch zehen andre, welcheals Friedensvermittler nach Mayland giengen, undhier auf ihren Antrag folgende Antwort erhielten: „IhrHerren Vater, wir haben mit dem Pabst und denCardinälen einen gegenseitigen Vertrag errichtet, undbeschworen, daß weder wir ohne ihren Willen, noch sieohne den unsrigen mit dem Kaiser Friede machen dür-fen. -- Da der Pabst aber gestorben ist, wandtendie Aebte ein, so seyd ihr an euer Versprechen nichtmchr gebunden. — Nein! erwiederten sie, wenn crgleich todt ist, so sind wir doch noch immer den Cardi-nälen,