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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
403
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Heiligste Väter! die Gott zum Trost der Trauren-dsn, zur Besserung der Fehlenden, wie der Apostelspricht, ausersehen hat, züchtigt die Fricdensstöhrer,tröstet die Kleinmüthigen, merkt auf unsre Bitten,und gewährt uns in unserem Schmerze linderndenTrost. Der Kummer, welcher uns drückt, ist so un-säglich groß, daß wir nicht Worte sinden, ihn aus-zudrückcn: doch wollen wir es versuchen.

Merkt also, und sehet, wenn euer Schmerz sogroß ist, als der einstige, schaut wie eure Mutter, dieehemals glänzende römische Kirche, von ihren Söh-nen nein von Fremden, die sich fälschlich für ihreSöhne ausgeben, die sie ernährt und erhöht hat, unddafür mit dem schändlichsten Undank belohnt wirdschändlich gemishandelt, zum Theil zerstammelt, inden Kokh getreten wird, und ihre Schmach undSchande nicht eiumahl empfindet; so daß wir billig mitJeremias seufzen können: die Könige der Erde undalle Bewohner des Landes glaubten es nicht, daß derFeind durch die Thors von Jerusalem dringen werde.Ja wohl war unsre Mutter die römische Kirche einJerusalem: sie gab allen, die sich bey ihr darum bewar-ben , den Frieden. Jetzt aber ächzen wir im Schmerzwie das alte Jerusalem: ach! die Stadt hat gesündigt,deswegen ist sie wankend gemacht! Wegen der Verge-hungen ihrer Propheten, wegen der Verbrechen ihrerPriester, sind sie als Blinde auf den Straßen umher-geirrt; des Herrn Angesicht hat sie getrennt. Wahr!denn das Antlitz des Herrn scheint auf die, so Bösesthun, ihr Gedächtnis von der Erde zu vertilgen.Dieser Umstand ist für uns äußerst beschämend. UnserJerusalem hat sich ißt eine Missethat zu Schuldenkommen lassen, die aus Neid, Haß, und vielen an -dern Lastern entsprungen ist: welches wir an der Pabst-wähl beweisen wollen.

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