berschen. Sie erwarteten den Angriff in den so ge.nannten Gatten, und fochten mit der größten Erbit-terung. Aber auch die Kaiserlichen ließen eö nicht anProben der Tapferkeit mangeln. Ein Ritter, Bertoldvon Arrach, war einer von den ersten, die mit Hülfeder Fallbrücke auf die Mauer kamen; von hier spranger in die Stadt hinab, und focht mit einem solchenMuthe, daß er, ein einziger Mann, seine Feinde indie Flucht crieb, und sie eine weite Strecke in dieStadt hinein verfolgte, bis er durch einen Streich vonhinten zu Boden gestreckt ward; denn von vorne ge-traute sich keiner schm beyzukommen. Ein Cremen-ser soll ihm, als er todt war, die Haut vom Schädelgerissen, und sie auf seinen Helm gesteckt haben. Ei-nem andern kaiserlichen Soldaten hackten sie Händeund Füße ab, und ließen ihn so zerstümmelt durch disStraßen kriechen.
Unter denen, welche die Mauer zu ersteigenstrebten, und die alle verdient hatten, namentlich ange-führt zu werden, zeichnete sich Otto Pfalzgraf von Bay-ern besonders aus. Endlich wandte das Glück den Re-bellen der Rücken: denn die Kaiserlichen, welche obenvon den Thürmen herabschossen, richteten eine solcheVerwüstung unter ihnen an, daß sie von der erstenMauer, in die Werke hinter der zweyten zurückwi-chen. Und nun erst fiengen sie an, ihre traurige La-ge einzusehen.
Strapahen, Furcht, und tausend andre Mühse-ligkeit hatten ihre Kräfte wie ihren Muth geschwächt.Der Kaiser, der ihren unvermeidlichen Untergang vor"Augen sah, verschob die Kirchenversammlung noch aufeinige Zeit, um sich ganz allein mit Crema bejchäffti-gen zu können. Die junge Mannschaft in der Stadtwar sebon sehr verdünnt, täglich wurden immer mehre-re erschossen, den Unsrigen hingegen konnte kein Leidwiderfahren. In dieser Noch hielten sie um eine Un-