Z99
terredung mit dem Patriarchen Peregrin von Aquileiaund dem Herzog Heinrich von Bayern und Sachsexuarr,welche ihnen auch unter dem Beding verwilligt ward,daß sie von ihrer Seite die angesehensten und verstau-digsien Männer zum Eongreß schickten. Der Patri-arch, ein gelehrter und in mehrerer Rücksicht schätzba-rer Mann, eröffnete die Sitzung mit folgender Anrede:
„Wüßte ich nicht die Absicht, in der ihr hiehergekommen, wäre ich nicht überzeugt, daß ihr der edle-re bester denkende Theii eurer Mitbürger seyd, so wür-de ich mich nie mit euch in Unterhandlungen eingelas-sen haben. Denn was vermögen gute Vorstellungenbei) einem Haufen, der nur aus niedern Absichten zuhandeln sich verschworen hat. Einige sind noch in denJahren, wo ihnen die Unbekanntschaft mit den Be-schwerden des Krieges Lust zum Streite macht; andreregt unüberlegte Hoffnung der Freyheit, oder Habsuchtauf. Es ist Pflicht den wenigen Guten, sie gleich zuAnfänge aus diesem Taumel wilder Leidenschaften zureißen, oder doch, wenn die That schon geschehen ist,sie hinterher so viel als möglich zu verbefsern.
Bedenkt, daß eure Stadt wo nicht schon verkeh-ren, doch der Zerstöhrung nahe ist. Erbarmt euch we-nigstens eurer Weiber und eurer noch lebenden Kinder.Verschont die noch übrig gebliebenen Menschen, daihr eurer väterlichen Mauern nicht habt schonen wollen.Ihr habet die Deutschen als wilde, starke, große Leu-te kennen lernen, ihr Geist aber ist noch größer alsihr Körper, und verachtet den Tod. Ich will euchkürzlich meine Meynung sagen: unterwerft euch demsiegreichen Kaiser, legt die Waffen nieder, und über-gebt euch ihm, wenn ihr euer eigenes Bestes liebt.Wollt ihr euch hiezu nicht bequemen, so erwartet errchnoch größer Elend, als ihr bisher erduldet."
„Wir haben, antworteten sie mit einem ver«bißenen Gram im Herzen, nicht gegen den Kaiser,
son--