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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
381
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Nachdem er dieß gesagt hakte, ließ er durch einenHerold erklären, daß kein Cremenser ferner zu ihmübertreten, und Gnade hoffen solle. Keiner dürft sichweiter Verzeihung versprechen, sondern alle sollen nachihren Kräften streiten, weil nun bloß nach dem Rech-te des Krieges würde verfahren werden. Und nun muß»ten die Griffeln, welche die Cremenser gestellt hatten,vierzig an der Zahl, insgesammt an den Galgen wan-dern. Eine gleiche Straft erhielten auch sechs edlemayländische Ritter, so viel Geld sie auch für ihr Le-ben darborhen. Sie waren in einer verräthcrischen Ab-sicht nach Piacenza gegangen, (das, wie oben gesagt,dem Kaiser nur dem Scheine nach ergeben, im Grun-de aber ihm abgeneigt war) und von den Unsrigenaufgefattgen worden. Einer von ihnen war ein Nepotedes mayländischen Bischoffs, ein reicher Mann, der be-yseinen Landsleuten außerordentlich viel galt.

Schon von diesem Vorfall wurde Crema von Ta-ge zu Tage immer mehr ln die Enge getrieben. DieBelagerer führten gegen die Mauern viele Maschinenund hohe Thurme auf, und die Belagerten strengten ih-rer SeitS alle ihre Kräfte an, um sie unbrauchbar zumachen. In der Vestung hatte man neun Catapulken,oder sogenannte Stangen, aus denen große Steine ge-schleudert wurden, und deren swchterliche Wirkung derKaiser dadurch zu schwächen suchte, daß er die Geisselnder Cremenser an seine Maschinen schmieden ließ. Al-lein auch dieß Mittel half nichts. Die Rebellen besieg-ten die Gefühle der Natur, unterdrückten die Sprachedes Herzens, welches sie zum Erbarmen für ihre BlutS-sieunde, zum Mitleid gegen die zarte Jugend auffor-derke. Sie schossen unaufhörlich Steine herab, undzerschmetterten dadurch einige ihrer Kinder; ja sie trie-ben es so weit, daß diejenigen, welche am Leben blieben,