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Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
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durch den Strang ihr Leben endigen mußten. Kannman sich einen rührendem Auftritt denken, als da dieKinder an die Belagerungsmaschinen gefesselt, durchWorte oder Gebehrden ihre Väter zum Mittleid ausi-foderten: und diese mit Thränen in den Augen, unterdem Jammergeschrei) über ihr Unglück, das Schießenund Sceinwerftn nicht einstellten. Wenn auch einigesich ihrer Kinder erbarmen wollten, so waren anderewieder da, die ihnen lieber den Tod, alsein Leben wünsch-ten, das der Feind mit tausendfachen Quaalen vergaltien könnte.

Die Mayländer glaubten, der Kaiser wäre vorCrema zu sehr beschäfftigt, als daß er seine Macht thei-len könnte, um auch an andern Orken zu agiren. Indieser Voraussetzung wagten sie es, vor Manerbe, eineStadt in der Gegend des Comer Sees, mit ohnge-fähr dreytausend Mann zu rücken, und sie förmlich zubelagern. Graf Goswin schickte sogleich einen Berichthievon an Friedrich ad, bat um Vsrhaltungsbefehle,und erbot sich, so viel Truppen als möglich auf die Bei-ne zu bringen, nur müsse er eine Verstärkung von derHauptarmee erhalten. Er sammelte lauch wirklichein ansehnliches Heer, mit dem er den Feindin unaufhörlichen Scharmützeln neckte, ohne esjedoch zu einem Treffen kommen zu lassen, welches ernicht eher anfangen wollte, als bis die 520 bewaffneteÄeiter, die ihm der Kaiser versprochen , angekommenwären. Sein Betragen brachte die Mayländer aufdie Vermuthung, Friedrich selbst müsse zum Entsatzder Vestung schon ausgebrochen seyn; da sie nun keineLust hatten, eine Schlacht zu liefern, die auf diesemFalle unvermeidlich gewesen seyn würde, so hoben siedie Belagerung auf, und fiohen eiligst davon. GrafGoswin eilte ihnen nach , richtete eine fürchterliche Nie-