Druckschrift 
Erste Abtheilung, Zweyter Band (1790)
Entstehung
Seite
377
Einzelbild herunterladen
 

377

Mauer, und wird zum Thcil schon durch einen Sumpfgedeckt. Seine Einwohner sind ein verwegenes, streit-bares Volk, das sich von seinem Glücke zu allen Aus-schweifungen des Uebermuths verleiten ließ.

Indem nun Crema belagert, und das Maylan-dische Gebiete verheert ward, kamen einige edle Rö-mer, als Gesandte des Senats und Volks, bey dem Kai-ser an, bezeugten ihm ihren unkerthanigsten Gehorsam,baten um Schonung für die vielen ihrer Mitbürger,welche an dem Frevel einiger wenigen keinen Theilnähmen: und setzten hinzu, daß sie es doch wären,von denen er den Titel eines Kaisers trüge. So hartFriedrich bey einer andern Gelegenheit sich einstmalsgegen sie bewiesen hatte, so gnädig betrug er sich jetzt,entließ sie nach einigen Tagen mit königlichen Geschen-ken überhäuft, und schickte mit ihnen zugleich den Pfalz-graf L^tto, und den Magister Haribert, Probst vonAqui, einen klugen in Staatsgeschäfften sehr brauch-baren Monn. Sie hatten den Auftrag, mit dem rö-mischen Volke die Verhandlungen wegen Bestätigungdes Senats, oder wegen Aufnahme eines Präfeckö zubeendigen; und mit dem Pabfte, wenn er cs wollte,die streitigen Puncte ins Reine zu bringen. Bey ih-rem Einzug in die Stadt wurden sie vom Volk undSenat mit allen Ehrenbezeugungen ausgenommen, pflo-gen von der Zeit an durch Mittelspersonen, welche häu-fig hin und wiedcr gicngcn, Unterhandlungen mit demPabste, uud hielten dabcy strenge auf das ihnen ge-bührende Ceremoniel: ja sie setzten es sogar durch, daßdie päbsilichen Unterhändler, so sehr diese auch nach al-ter römischer Hofttiquette behandelt feyn wollten, essich gefallen ließen, daß die Conferenzen nicht so oftbey ihnen als in der Wohnung der kaiserlichen Ge-sandten gehalrm wurden.

Aa 5 Fric-